Schlagwort: Saudi-Arabien

Was kommt nach dem „Islamischen Staat“? Der IS-Dschihadismus lebt weiter


Was kommt nach dem „Islamischen Staat“? Der IS-Dschihadismus lebt weiter

Das territoriale Ende des IS-Kalifats ist mit der Rückeroberung Mossuls und Rakkas besiegelt. Doch von Entwarnung kann keine Rede sein, denn der IS ist nur ein Symptom einer Krise der Staatlichkeit im Nahen Osten, meint Loay Mudhoon.
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Trump im Nahen Osten: Der Anti-Obama im islamischen Krisenbogen


Trump im Nahen Osten: Der Anti-Obama im islamischen Krisenbogen

Trumps erste Auslandsreise führt ihn ins Herz der islamischen Welt. Ambivalente Erwartungen und große Skepsis begleiten ihn auf diesem heiklen Terrain, schreibt der Nahost-Experte Loay Mudhoon in diesem Kommentar.
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Saudi-Arabien ist zum Kampf gegen den IS verdammt


Saudi-Arabien ist zum Kampf gegen den IS verdammt

Nach der Anschlagsserie in Saudi-Arabien hat das Königshaus keine andere Wahl, als das Pseudokalifat des IS mit allen Mitteln zu bekämpfen. Die Monarchie muss jetzt tiefgreifende Reformen durchsetzen, meint Loay Mudhoon.
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Medien International: Vereinfachung hilft im Jemen-Konflikt nicht weiter


Medien International: Vereinfachung hilft im Jemen-Konflikt nicht weiter

Binnen kurzer Zeit hat sich im Jemen ein regionaler Konflikt entwickelt. Wird die Lage in arabischen wie westlichen Medien ähnlich beurteilt? Die DW Akademie diskutierte darüber mit Medienexperten (Adnan Tabatabei, Loay Mudhoon, Aktham Suliman und Marie-Christine Heinze ) im ARD-Hauptstadtstudio.

Vereinfachen, ohne den Konflikt einseitig darzustellen. Dieser Herausforderung sehen sich Journalisten jeden Tag gegenüber, wenn sie vom Konflikt im Jemen berichten. Doch wie mit dieser Herausforderung umgehen? Darüber diskutierte Moderator Arnd Henze, WDR-Fernsehkorrespondent im ARD-Hauptstadtstudio, am vergangenen Freitag (8. Mai 2015) mit einem hochkarätig besetzten Panel. Dabei schlug er vor, die Veranstaltung „Medien International: Arabische Halbinsel“ zu nutzen, um jenseits von Klischees und interessengesteuerter Vereinfachungen unvoreingenommen auf den Jemen-Konflikt zu schauen.
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Kommentar zum Kampf gegen den IS: Nur Sunniten können den „Islamischen Staat“ besiegen


Kommentar zum Kampf gegen den IS: Nur Sunniten können den „Islamischen Staat“ besiegen

Die Luftangriffe der US-geführten „Koalition der Willigen“ haben den so genannten „Islamischen Staat“ geschwächt. Doch um den IS zu besiegen, wird dringend eine arabisch-sunnitische Allianz benötigt, meint Loay Mudhoon.

Zweifelsohne haben die massiven Luftangriffe der US-geführten Koalition gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) entscheidend dazu beigetragen, dass die territoriale Ausbreitung dieses dschihadistischen Möchte-Gern-Kalifats zunächst gestoppt wurde. Auch die Befreiung der nordsyrischen Grenzstadt Kobane durch irakisch-kurdische Peschmerga-Kämpfer wäre ohne Unterstützung der amerikanischen und arabischen Luftangriffe kaum vorstellbar gewesen. Diese unbestreitbaren Erfolge haben den Mythos von der Unbesiegbarkeit des so genannten „Islamischen Staates“ (IS) zwar bröckeln lassen, doch von einem unmittelbar bevorstehenden Sieg über diese enthemmten Extremisten kann keine Rede sein.
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Kommentar: Saudi-Arabien nach dem Tode von König Abdullah: Am Scheideweg


Saudi-Arabien geht unter dem neuen König Salman stürmischen Zeiten entgegen: Innenpolitischer Reformstau und außenpolitische Misserfolge bedrohen die Zukunft der wahhabitischen Monarchie, meint Loay Mudhoon.

Die Nachfolge des verstorbenen saudischen Königs Abdullah konnte schnell geklärt werden. Die saudische Herrscherfamilie hatte angesichts seiner langen Krankheit auch ausreichend Zeit, um sich auf den Machtwechsel vorzubereiten. Doch die reibungslos erfolgte Machtübergabe kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die saudische Führung um den neuen König Salman bin Abdalaziz mit einer Reihe von außenpolitischen Konflikten und innenpolitischen Herausforderungen konfrontiert sieht.
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Nahost-Experte Loay Mudhoon über Folgen der Arabellion: „Am liebsten Friedhofsruhe in der arabischen Welt“


Nahost-Experte Loay Mudhoon über Folgen der Arabellion: „Am liebsten Friedhofsruhe in der arabischen Welt“

Demokratie nach der Arabellion: Ölreiche Länder werden häufig autoritär regiert. Für die Förderung werden nicht viele Menschen gebraucht. Deshalb kann, wer die Macht hat, diesen Bodenschatz ausbeuten, ohne sich sonderlich um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu kümmern. Dass es in der arabischen Welt besonders viel Öl, aber auch besonders repressive Regime gibt, ist kein Zufall, sagt der auf die Region spezialisierte Journalist Loay Mudhoon, und das wirkt sich auch auf aktuelle Konflikte in Syrien und Irak aus.

Leidet die gesamte arabische Welt am Ölfluch?
Loay Mudhoon: Ja, es fällt auf, dass alle ölreichen Länder der arabischen Welt lange entweder von säkularen Diktatoren oder absoluten Monarchen regiert wurden. Der Ölreichtum blockiert eine humane und demokratische Einwicklung. Dort, wo es kein Öl gibt, sieht es leider kaum besser aus. Dort gibt es aber auch weniger Entwicklungschancen. Ökonomisch hängen die Länder ohne Öl von den Petrodollars der Nachbarn ab. Das läuft unter anderem über direkte staatliche Unterstützung, Geldtransfers an Verwandte und Migration.

US-Präsident George W. Bush versprach 2003, die Region werde demokratisch erblühen, wenn Iraks Diktator Saddam Hussein falle.
Das war ein gewaltiger Irrtum. Heute sieht jeder, wohin die völkerrechtswidrige Invasion geführt hat. Demokratie lässt sich nicht von außen mit Waffen erzwingen.

Aber auch der arabische Frühling scheint gescheitert – mit der Ausnahme Tunesiens vielleicht, wo die Demokratie noch möglich ist. Warum haben die Aufstände den Monarchen weniger angehabt als den Diktatoren?
Die erste Welle der Arabellion ist gescheitert. Das hat mehrere Dimensionen:

  • Königsfamilien haben etwas mehr Legitimität als Diktatoren von Republiken. Sie sind institutionell besser verankert. Sie stützen ihre Macht nicht nur auf das Militär, sondern auch auf tribale Zugehörigkeit. Sie haben, anders als die Diktatoren, auch keine umfassende Modernisierung versprochen.
  • Die Monarchien, die Öl ausführen, haben einen Teil ihres Reichtums umverteilt. In manchen Golfstaaten ist die heimische Bevölkerung recht wohlhabend.

Die eigentliche Ursache der Arabellion war der Jugend-Tsunami: die große Zahl junger Leute, die im Vergleich zu früheren Generationen gut ausgebildet sind, die dank Internet und Satellitenfernsehen wissen, wie es anderswo zugeht, und die für sich selbst keine Zukunft sehen. Die wirtschaftliche Lage ist in Tunesien und Ägypten verzweifelter als in Saudi-Arabien oder Katar.
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Kein arabischer Frühling in Saudi-Arabien: Stabilität um jeden Preis als kategorischer Imperativ


Stabilität um jeden Preis ist der kategorische Imperativ Saudi-Arabiens. Saudi-Arabiens politische Maxime ist die Stabilität der Petrodollar-Monarchie. Alles andere ist für die Machteliten in Riad zweitrangig. Doch solange der Wahhabismus als Staatsideologie uneingeschränkt gilt, kann es keine echte Einheit der saudi-arabischen Nation geben – und auch keine echte Stabilität. Von Loay Mudhoon

Ein Vorfall auf dem Gipfeltreffen der Bewegung der blockfreien Staaten in Teheran im September dürfte die schlimmsten Befürchtungen der Saudis bestätigt haben. Das iranische Staatsfernsehen manipulierte die Übersetzung der Rede des ägyptischen Präsidenten Mohamed Mursi, der die syrische Regierung als „Unterdrückungsregime“ anprangerte. Ganze Satzteile gab der Sender falsch wieder und ersetzte „Syrien“ durch „Bahrain“.

Zwischen Iran und Saudi-Arabien tobt ein Hegemonialkonflikt. Die saudische Führung um König Abdullah fürchtet nichts mehr als eine iranische – schlimmstenfalls mit Atomwaffen untermauerte – Vormachtstellung in der Golfregion, denn aus ihrer Sicht bedroht der Iran die absolute Monarchie. Das liegt daran, dass Saudi-Arabien auf den Schutz externer Mächte angewiesen ist.

„Saudi-Arabien tut nun, was es kann, um mit sunnitischen Verbündeten den Einfluss des schiitischen Gottesstaats Iran einzudämmen.“

Seit sieben Jahrzehnten verbindet Riad eine strategische Partnerschaft mit den USA. Saudi-Arabien verfügt über ein Drittel der globalen Erdölvorräte und gewährleistet die Versorgung der USA und anderer Länder. Washington garantiert im Gegenzug militärische Sicherheit.

Aber aus Sicht der Saudis haben die USA im Irak versagt – nicht zuletzt, weil dort der Einfluss der schiitischen Bevölkerung und ihrer Geistlichen, die vielfach im Iran studiert haben, erheblich gewachsen ist. Auch der Sturz des US-Verbündeten Hosni Mubarak in Ägypten hat das Herrscherhaus beunruhigt. Saudi-Arabien tut nun, was es kann, um mit sunnitischen Verbündeten den Einfluss des schiitischen Gottesstaats Iran einzudämmen.
Wenn es einen kategorischen Imperativ der saudischen Außen- und Sicherheitspolitik gibt, dann lautet er: Alles, was die Stabilität der Monarchie sichert, hat Vorrang – im Äußern und Innern. Die Angst, das eigene Regime könne schnell stürzen, ist riesig.
Furcht vor der Revolution

Bürgerrechte im westlichen Sinne gibt es nicht in Saudi-Arabien

Tatsächlich ist die Legitimität des saudischen Systems alles andere als selbstverständlich. Seine Grundlage ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts ein Bündnis der Herrscherfamilie mit wahhabitischen Gelehrten, die den sunnitischen Islam in einer puritanisch-fundamentalistischen Version predigen. Bürgerrechte im westlichen Sinne gibt es nicht, und die schiitische Minderheit im eigenen Land wird systematisch diskriminiert. Sie gilt als „fünfte Kolonne Teherans“. Das Grunddilemma ist: Die Führung in Riad müsste den Einfluss der Wahhabiten zurückdrängen, um Reformen in Staat und Gesellschaft durchzusetzen. Sie kann das aber nicht, weil die Fundamentalisten Teil ihrer eigenen Machtbasis sind. Ihnen zum Gefallen fördert Saudi-Arabien radikale Missionare in vielen Ländern. Die brutalste Variante des Wahhabismus wird derweil von Al-Qaida propagiert, dem Terrornetzwerk, das auch Saudi-Arabien schon angegriffen hat.

Den Arabischen Frühling sieht die saudische Führung als neue Herausforderung. Sie fürchtet, dass die revolutionäre Dynamik auf die einheimische, junge und zunehmend unzufriedene Bevölkerung übergreift. Deshalb unterstützt sie nun erst recht überall in der arabischen Welt fundamentalistisch-sunnitische Kräfte.

Das Regime reagiert damit auf die Schwäche des Westens, die sich im Arabischen Frühling offenbart hat. Die Saudis betreiben eine aktive Interventionspolitik, um den Einfluss des Iran einzudämmen – aber auch jede Art von Liberalisierung zu verhindern, welche die saudische Bevölkerung attraktiv finden könnte. So entsandten sie zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten im März 2011 Sicherheitskräfte nach Bahrain, um dort Proteste gegen das sunnitische Herrscherhaus niederzuschlagen. Saudische Unterstützung für Salafisten in Ägypten setzt indessen die Muslimbrüder, die einen pragmatischen Islamismus vertreten, unter konservativen Druck.

Gerontokratie im saudischen Herrscherhaus

In Syrien wittert Riad derweil eine historische Chance: Der Sturz des Assad-Regimes, eines Hauptverbündeten Irans, würde Teheran schwächen. In Riad rechnet man fest damit, dass Syrien nach Assad von sunnitischen Kräften dominiert sein wird, die dem sunnitischen Herzland mit den Heiligtümern von Mekka näherstehen als dem Iran.

Daheim versucht die Regierung derweil, Ruhe und Loyalität mit aufwendigen Infrastruktur- und Sozialausgaben zu erkaufen. Doch solange der Wahhabismus als Staatsideologie uneingeschränkt gilt, kann es keine echte Einheit der saudi-arabischen Nation geben – und auch keine echte Stabilität. Bis auf weiteres wird diese Gerontokratie für Instabilität in ihrer Region sorgen.

Autor: Loay Mudhoon

Dieser Beitrag wurde zuerst in derZeitschrift für Entwicklung und Zusammenarbeit 2012 veröffentlicht.

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Loay Mudhoon ist Nahostexperte und Redaktionsleiter des Dialogportals www.Qantara.de  der Deutschen Welle. Der Politik- und Islamwissenschaftler lehrt zudem seit 2005 am Institut für Internationale Politik und Außenpolitik und am Orientalischen Seminar der Universität zu Köln. (http://loaymudhoon.wordpress.com/).

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Mehr Beiträge zu Saudi-Arabien von Loay Mudhoon:

– Saudi-Arabiens Rolle im regionalen Kontext: Führungsmacht wider Willen, erschienen in: ORIENT II / 2008, Deutsche Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur des Orients, S. 26-32. Auch hier Abrufbar.

– Religion und Staatsdoktrin in Saudi-Arabien, dem Mutterland des Islam

DRadio-Wissen im Gespräch mit Loay Mudhoon, Islamwissenschaftler und Nahostexperte der Deutschen Welle.

Der Wahhabismus – eine sehr rigide, sehr konservative Lesart des Islams – ist die Staatsdoktrin Saudi-Arabiens. Die Wahhabiten stützten sich auf die Schriften von Muhammad ibn Abd al-Wahhab aus dem 18. Jahrhundert. „Der ist aus europäischer Sicht so etwas wie ein ‚Gegenaufklärer'“, sagt Loay Mudhoon. „Minderheiten, wie die Schiiten, werden in Saudi-Arabien stark diskriminiert und sind für den großen Teil der wahhabitischen Prediger gar keine Muslime mehr.“ Das sei ein großes Problem.

Zudem finanziert Saudi-Arabien auch islamische Stiftungen, islamische Schulen und islamische Akademien im Ausland. „Dann exportiert man natürlich auch diese Lesart, dieses Dogma mit.“ Als Beispiel nennt Mudhoon die König-Fahd-Akademie in Bonn.

Implosion statt Revolution

Der saudi-arabische Staat ist vom Wahhabismus getragen. Deshalb hat Loay Mudhoon keine Hoffnung auf eine Revolution nach ägyptischem Vorbild. Eine religiöse Gegenbewegung zum Wahhabismus gebe es nicht, wohl aber eine „liberale Elite“, deren Ansprüche gewachsen seien. Trotz der rigiden Staatsführung, die eng mit den wahhabitischen Gelehrten verflochten sei, übe diese Elite zunehmend Druck aus. Mehr

Roads of Arabia: Das Berliner Pergamonmuseum zeigt vorislamische Schätze aus Saudi-Arabien.


Roads of Arabia: Das Berliner Pergamonmuseum zeigt vorislamische Schätze aus Saudi-Arabien.
Roads of Arabia: Archäologische Schätze aus Saudi-Arabien

Roads of Arabia: Archäologische Schätze aus Saudi-Arabien

Vom 26. Januar bis 9. April stellt das Museum für Islamische Kunst in „Roads of Arabia“ das archäologische Erbe des saudischen Königreichs aus.

Die eindrucksvollen Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte sowie die antiken Kunstwerke Saudi-Arabiens, von den ersten Faustkeilen über die römische Antike mit bezauberndem Glas, goldenen Grabbeigaben und monumentalen Kolossalstatuen sowie frühislamischen Meilensteinen und Inschriften, werden räumlich und architektonisch innovativ in einer abstrakten Landschaft inszeniert, ob zwischen hohen Felswänden oder in einem Palmenhain. Die Kolossstatuen aus dem Haupttempel von Dedan – tonnenschwere Giganten – werden unterstützt durch eine Soundinstallation in eine transmaterielle Sphäre gehoben, während der Goldschmuck aus den Gräbern in Thaj und Ayn Jawan in einer Grabkammer zu sehen ist – physisch für den Besucher begehbar. Der Boden ist rau, unter ihren Sohlen spüren Sie die Materialität der Landschaft und werden dort Ihre Spuren hinterlassen.

Im Laufe der Wochen werden Pfade durch die Ausstellung entstehen – so wie die Reisenden entlang der alten Handelstraßen und Pilgerrouten ihre Spuren in die Landschaft einschrieben haben.

Hervorzuheben sind besonders auch Objekte der Kaaba in Mekka und aus dem Prophetengrab in Medina, eingebettet in eine kontinuierliche Kulturgeschichte von über 6000 Jahren – eine kulturpolitische Sensation! Für Nahostkenner eine doppelte Überraschung: zum Einen war dieses archäologisches Erbe bisher weitgehend unbekannt, zum anderen ist die kulturhistorische Präsentation aller Epochen als Bekenntnis zum Schutz eines umfassenden Kulturerbes Saudi-Arabiens ein enorm wichtiger Schritt!

Entdecken Sie die Webseite zur Ausstellung mit Timeline, Highlights der Woche, Videos, Lernspielen und vielem mehr.

Zur Webseite hier!
Zu den über 120 Terminen im Begleitprogramm hier!

Zum Katalog hier!

Das Begleitbuch bei SMB online zum Sonderpreis hier!
Herausgegeben vom Museum für Islamische Kunst von Ute Franke, Ali Al-Ghabban, Joachim Gierlichs und Stefan Weber
Wasmuth-Verlag, 2012, 308 Seiten, Klappenbroschur, zahlreiche farbige und s/w-Abbildungen, Best. Nr.: ISL009721
Preis: € 29,90 (Buchhandelspreis 45 €)

Berichte zu Roads of Arabia:
In der Tagesschau hier!
Carola Wedel im ZDF Morgenmagazin hier!
Dagmar Pfeiffer in der RBB Abendschau hier!
Dieter Kassel im Deutschlandradio hier!
Jürgen König im Bayrischen Rundfunk hier!
Frank Schmid im Kulturradio RBB hier!
Impressionen von kunstundfilm hier!

Ausstellung im Pergamonmuseum: Götter der Wüste Saudi-Arabiens
Rückkehr eines Schatzes: Das Pergamonmuseum zeigt in einer grandiosen Ausstellung die Funde von Tell Halaf.
http://www.zeit.de/kultur/2011-01/pergamonmuseum-tell-halaf

Ausstellung “Roads of Arabia

“Saudi-Arabiens überraschende Schätze

Vom 26. Januar bis 9. April stellt das Museum für Islamische Kunst in „Roads of Arabia“ das archäologische Erbe des saudischen Königreichs aus. Die Kollektion hält einige Sensationen bereit und zeigt, dass sich der Wüstenstaat wandelt. Mehr…

Ausstellung: Roads of Arabia Glanz und Größe der Karawanen

30.01.2012 ·  Es war einmal im Karawanenland: Eine Austellung im Berliner Pergamonmuseum eröffnet überraschende Perspektiven auf die frühe Kulturgeschichte der arabischen Welt. Von Andreas Kilb

Rückschau: Wind of Change in Saudi-Arabien ?

Interview mit dem saudischen Blogger Ahmed al Omran

“Die Arabellion inspiriert auch die Saudis“

Ahmed al Omran ist einer der bekanntesten Blogger Saudi-Arabiens. Auf seinem Blog Saudijeans.org schreibt er seit sieben Jahren über Politik und Gesellschaft in seiner Heimat. Im Gespräch mit Benno Müchler spricht er über die Lage in seinem Land, und warum dort der Aufruhr bislang ausblieb. 

Syrien-Konflikt: Hintergründe zur unerwarteten Renaissance der Arabischen Liga


Syrien-Konflikt: Hintergründe zur unerwarteten Renaissance der Arabischen Liga

Das Regime von Präsident Baschar al-Assad nahm am Treffen der Arabischen Liga am 16. November in Rabat nicht teil. Die Arabische Liga hatte Syrien ein Drei-Tages-Ultimatum für die Beendigung gewaltsamer Angriffe auf Oppositionelle gesetzt.

Die Arabische Liga handelt erstaunlich entschlossen gegenüber dem reformunwilligen Assad-Regime – eine Reaktion auf die epochalen Umwälzungen und die regionalen Machtverschiebungen in der arabischen Welt. Eine Analyse von Loay Mudhoon

Jahrzehntelang galt die Arabische Liga als machtloser Staatenbund, als marode Organisation ohne erkennbare Strukturen und ohne jede politische Bedeutung. International wirkte dieser „arabische Papiertiger“ oftmals wie eine Lachnummer.

Für viele arabische Beobachter und Demokratie-Aktivisten verkörperte sie deshalb die „arabische Malaise“, die vor allem durch den politischen Stillstand und die Ohnmacht der Menschen auf der Straße zum Ausdruck kam. Doch die historischen Umwälzungen des arabischen Frühlings scheinen die Institution von ihrer selbstverschuldeten Passivität und Unmündigkeit befreit zu haben.

Libyen-Intervention als Wendepunkt

Das überraschende Engagement der Arabischen Liga begann im März dieses Jahres inmitten des Libyen-Konflikts, als sie zum ersten Mal in ihrer 66-jährigen Geschichte einer Intervention von außen zustimmte.

Als sie forderte, eine Flugverbotszone über dem Land einzurichten, hatte sie den NATO-Einsatz innerhalb der arabischen Welt legitimiert – und sich damit vom Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten anderer arabischer Staaten verabschiedet. Dieser Wendepunkt ist bemerkenswert. Er geht in erster Linie auf die regionalen Machtverschiebungen durch die Revolutionswelle zurück, aber auch darauf, dass die arabischen Völker als Machtfaktor auf die politische Bühne zurückgekehrt sind.

Denn die öffentliche Meinung ist aus politischen Entscheidungsprozessen in der postrevolutionären arabischen Welt kaum mehr wegzudenken, seit Ben Ali in Tunesien und Mubarak in Ägypten gestürzt worden sind und seit der Fernsehsenders Al-Jazeera aus Qatar zum Sprachrohr der arabischen Revolutionen aufgestiegen ist – wenn auch mit einer Ausnahme: Den Volksaufstand in Bahrain hatte der Sender als „Unruhen mit konfessionellem Hintergrund“ heruntergespielt.

Entschlossen gegen das Assad-Regime

Das Gaddafi-Regime in Libyen war den meisten Mitgliedern der Liga verhasst und es war regional weitgehend isoliert. Der Fall Syrien liegt anders: Das Land gehört historisch und kulturell zu den arabischen Kernstaaten und zur Wiege des arabischen Nationalismus.

Und das Assad-Regime hat es verstanden, sich bei der Bevölkerung als vermeintlicher Verteidiger arabischer Interessen gegen den hegemonialen Einfluss des Westens zu inszenieren. Zudem pflegt Syrien eine strategische Allianz mit dem Iran und der Hisbollah im Libanon – mächtige Verbündete in der Region.

Vor diesem Hintergrund muss die Entscheidung der Arabischen Liga bewertet werden, Syrien aus der Organisation auszuschließen, da es sich nicht an den vereinbarten Vermittlungsplan hält. Das hat eine völlig andere Qualität als das Votum gegen Libyen.

Qatar und Saudi-Arabien als treibende Kräfte

Dieses ungewöhnliche Engagement der Arabischen Liga hat jedoch weder mit einer etwaigen Demokratie-Begeisterung der momentan tonangebenden Staaten zu tun, noch mit Sympathie für die syrischen Aufständischen. Schließlich unterdrücken fast alle Mitgliedsländer der Liga friedliche Proteste und lehnen grundlegende demokratische Reformen in ihren Staaten ab.

Außerdem entsandten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Mitte März ihre Sicherheitskräfte nach Bahrain, wo sie der Regierung wunschgemäß dabei halfen, die Proteste gegen das sunnitische Herrscherhaus niederzuschlagen.

Die reichen „Petro-Monarchien“ Saudi-Arabien und Qatar möchten die Chance des Umbruchs in ihrem Sinne nutzen: Die Herrscherfamilie in Doha will ihr Mini-Emirat endgültig als Regionalmacht etablieren; dazu nutzt sie ihre geschickte Scheckbuchdiplomatie und den TV-Sender Al-Jazeera als mediales Soft-Power-Instrument.

Die Strategen in Riad wiederum wittern eine andere historische Chance: Nach dem Sturz Saddam Husseins im Irak ist der Einfluss des Iran gewachsen – durch einen Abtritt eines seiner Verbündeten, Syriens Baschar al-Assad, könnte die Macht Teherans wieder zurückgedrängt werden. Die Machteliten um König Abdullah rechnen im Augenblick fest damit, dass Syrien nach Assad von sunnitischen Kräften dominiert sein wird, die dem „sunnitischen Herzland des Islam“ näher stehen als dem schiitischen Gottesstatt.

Auch die schiitische Hisbollah im Libanon, „Irans trojanisches Pferd in der arabischen Welt“, wäre ohne das Assad-Regime nicht mehr als eine berechenbare Größe. Bestärkt wird dieser Kurs der Liga auch dadurch, dass die Hamas-Bewegung, ein palästinensischer Ableger der sunnitischen Muslimbrüder in Ägypten, sich weigert, die brutale Niederschlagung der Proteste gegen Assad zu unterstützen.

Es sind aber nicht nur die offensichtlichen Ängste arabischer Golfmonarchien vor iranischer Vorherrschaft, die die Arabische Liga zu ihrer Interventionspolitik zwingen. Es ist auch die momentane Schwäche des Westens: Der spielt zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg keine nennenswerte Rolle dabei, die neuen Verhältnisse im Mittleren Osten zu gestalten. Das dürfte die Arabische Liga in ihrem neuen Kurs bestätigen.

Loay Mudhoon

© Loay Mudhoon/ Qantara.de 2011

Die Golfregion als außenpolitische Herausforderung für Europa


Die Golfregion als außenpolitische Herausforderung für Europa

Fragiles Epizentrum der Globalisierung

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Auf einer internationalen Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung diskutierten namhafte Experten über die außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen in der geostrategisch wichtigen Golfregion – und über die realen Möglichkeiten eines verstärkten europäischen Engagements. von Loay Mudhoon. Mehr…

Zweifelsohne hat der immense Reichtum an Erdgas und Erdöl den kleinen Golfmonarchien außerordentliche Bedeutung verliehen – und sie somit in den Mittelpunkt des Interesses der Weltmächte gerückt.

Doch erst durch die internationale Finanzkrise wurden sie schlagartig ins Zentrum maßgeblicher, internationaler Entscheidungsprozesse katapultiert; in ihrer Not wandten sich europäische Spitzenpolitiker an ihre Amtskollegen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit der Forderung: Die Golfstaaten sollen Solidarität zeigen und sich an der Stabilisierung der internationalen Finanzmärkte beteiligen.

Sogar die finanzielle Hilfe durch die zuvor mit viel Skepsis beobachteten Staatsfonds aus dem arabischen Epizentrum der Globalisierung war in den westlichen Metropolen plötzlich mehr als willkommen. Als Gegenleistung für ihre finanzielle Solidarität im Rahmen der G20 verlangen die „arabischen Tigerstaaten“ freilich, in die internationalen Abstimmungen stärker einbezogen zu werden als bis jetzt.

„Mehr als Öl und Gas“

Die wachsende Bedeutung der Golfstaaten in einer zunehmend globalisierten und multipolaren Welt dürfte den etwas plakativen Titel der internationalen Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin „Mehr als Öl und Gas. Die Golf-Region als außenpolitische Herausforderung“ somit zumindest grundsätzlich gerechtfertigt haben.

Dass der wachsende Reichtum der Golfstaaten sich langsam in politischen Einfluss umsetzt, unterstrich der Staatsminister im Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Mohammad Gargash, in seiner Videobotschaft an die Konferenz. Denn sowohl sein Land als auch andere Golfstaaten wie Saudi-Arabien und Katar vermitteln längst als regionale Akteure aktiv in den zahlreichen Krisenherden des Mittleren Ostens.

Anwar Mohammad Gargash betonte zudem die gemeinsamen Interessen seines Landes mit Deutschland und seinen europäischen Nachbarn: Es gelte, Afghanistan zu stabilisieren und den Irak aufzubauen. Denn „ein starker Irak sei wichtig für die Balance in der Region“, so Gargash.

Iran: „arm an Ressourcen und zu unbeliebt, um Hegemon zu sein“

Aber nicht nur die Tatsache, dass Iran der politische Hauptgewinner des Irakkrieges von 2003 ist, beunruhigt die kleinen Golfstaaten, sondern, dass „es für den Irak zurzeit keinen Ersatz für die Herstellung des Machtgleichgewichts am Golf gibt“, wie Henner Fürtig, Wissenschaftlicher Mitarbeiter GIGA Institut für Nahost-Studien Hamburg, erklärt. Die Machtbalance am Golf sei nachhaltig gestört; dadurch habe Iran viel an Einfluss in der Region gewonnen.

In der Tat: Die USA beseitigten das Terrorregime von Saddam Hussein, den iranischen Hauptfeind; und durch seinen Einfluss auf die schiitischen Parteien ist Iran schon heute ein fester Bestandteil der politischen Elite im Nachkriegsirak.

Trotzdem möchte Johannes Reissner, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft & Politik in Berlin, von einer iranischen Hegemonialstellung nichts wissen: Der ausgewiesene Iranexperte erklärt die arabischen Ängste vor einer iranischen Vorherrschaft in der Region für unbegründet.

Denn: „Iran ist arm an Ressourcen und zu unbeliebt, um die Rolle eines regionalen Hegemons zu beanspruchen“, so Reissner. „Teheran hat zwar enorm an politischem Gewicht nach dem Irakkrieg gewonnen, allerdings sind nicht alle seine Träume in Erfüllung gegangen. So ist das Land in erster Linie und trotz seiner aggressiven Diplomatie eine Blockade-Macht.“

Außerdem seien die Schiiten kein Monolith und ließen sich folglich von Teheran nicht fernsteuern. Und schließlich verfügten Israel und die USA über größere strategische Kapazitäten.

In Wirklichkeit kann weder ein zu florierender Irak, der ein Konkurrenzmodell zur iranischen Form des real existierenden schiitischen Islamismus darstellen könnte, noch ein in Bürgerkrieg und Chaos versinkender Irak, dessen Zustände sich auf die Nachbarländer auszuweiten drohen, im Interesse Irans liegen. „Ein zweites Afghanistan an seiner Grenze wäre für die iranischen Machtelite eine Horrorvorstellung“, so Johannes Reissner.

„Eindämmung durch Einbindung“

Für den Staatsminister aus Abu Dhabi bleiben die Beziehungen zum Iran „schwierig“. Vor allem die ungeklärte Lage der drei durch Iran besetzten arabischen Inseln sowie das intransparente Atomprogramm des Landes seien „besorgniserregend“.

Die internationale Auseinandersetzung um das iranische Atomprogramm legt indessen das größte Dilemma am Golf offen: das Fehlen von Vertrauen und Sicherheitsarchitektur. Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft & Politik in Berlin empfiehlt aus diesem Grunde direkte Gespräche zwischen Iran und den USA, denn nur dadurch ließe sich diese Ungleichheit auflösen. Für Perthes ist die Zeit reif für eine neue Sicherheitsarchitektur am Golf, „weil ein neuer US-Präsident neue Legitimation mit sich bringt“. Jedoch könne man ein Sicherheits-Arrangement nicht ohne die Einbeziehung der regionalen Kräfte aufbauen.

Die arabischen Golfeliten wollen weder eine militärische Intervention gegen Iran – aufgrund ihrer unkalkulierbaren Folgen für die gesamte Region – noch einen atomar bewaffneten Iran. Deshalb versuchen sie, Iran in regionale Strukturen einzubinden, in der Hoffnung, Teheran davon zu überzeugen, auf atomare Bewaffnung zu verzichten. Diese Strategie der „Eindämmung durch Einbindung“ sollten die Bundesrepublik und die EU unterstützen, findet Eckart von Klaeden, Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.

Unter den anwesenden Fachleuten herrschte Konsens darüber, dass es an einer differenzierten Betrachtung der interregionalen Aktivitäten und Verhaltensmuster mangelt. Und so passt es ins Bild, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung als erste deutsche politische Stiftung ihr Engagement auf die Länder des Golf-Kooperationsrates (GKR) ausweiten und ein Regionalbüro in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Abu Dhabi, aufbauen wird.

© Loay Mudhoon / Qantara.de 2008

Qantara.de

Die weltpolitische Bedeutung der Golfregion
Die Tankstelle der Welt

Geopolitisch hat die Golf-Region in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der entscheidende Faktor sind dabei die Öl- und Gasvorräte sowie die ambivalenten Beziehungen zum Iran. Christian Koch zeichnet den Aufstieg der sechs Monarchien des Golf-Kooperationsrates nach.

Beziehung Europas zur Golfregion
Kein Hinterhof der USA
Angesichts der gescheiterten außenpolitischen Strategien der USA am Golf ist die Initiative der Europäer gefragt, als Konfliktschlichter und Vermittler aufzutreten, argumentiert Christian Koch.

Freihandelsabkommen zwischen der EU und Golfstaaten
Europas vitale Interessen am Golf
Beim Treffen der EU und der Länder des Golf-Kooperationsrats steht ein Freihandelsabkommen zwischen beiden Wirtschaftsblöcken im Mittelpunkt. Das Handelsvolumen könnte sich durch ein solches Abkommen verdoppeln. Von Loay Mudhoon.

Gemeinschaftsbüro von Goethe-Institut, DAAD und GTZ
Kultur als friedensstiftendes Instrument am Golf
Mit der Gründung eines neuen Gemeinschaftsbüros von Goethe-Institut, DAAD und GTZ in Abu Dhabi sendet die deutsche auswärtige Kulturpolitik ein deutliches Signal an die boomende Golfregion – mit dem Ziel, die Beziehungen Deutschlands zu den ölreichen Golfstaaten auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene zu intensivieren. Von Loay Mudhoon

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Konrad-Adenauer-Stiftung