Schlagwort: Islamdialog

Reformislam: Das schwierige Handwerk islamischer Reformer


Reformislam: Das schwierige Handwerk islamischer Reformer

Nach jedem islamistischen Terrorakt ertönt der Ruf nach Reformation des Islam. Doch Muslime brauchen keinen Martin Luther. Gefordert ist die Versöhnung des Islam mit dem Verfassungsstaat, schreibt Loay Mudhoon in seinem Kommentar.
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Qantara.de: Erneute Nominierung für den CIVIS Medienpreis 2012


Qantara.de: Erneute Nominierung für den CIVIS Medienpreis 2012
Bereits im vergangenen Jahr wurde Qantara.de von der renommierten "Encyclopedia Britannica" als eine der besten Websites weltweit ausgezeichnet.

Bereits im vergangenen Jahr wurde Qantara.de von der renommierten „Encyclopedia Britannica“ als eine der besten Websites weltweit ausgezeichnet.

Das Internetportal Qantara.de will zum Dialog mit der islamischen Welt beitragen. Jetzt ist das Projekt der Deutschen Welle für den CIVIS Online Medienpreis nominiert worden.

Brücken bauen, den interkulturellen Dialog fördern – das schreiben sich viele journalistische Projekte auf die Fahnen. Die Redakteure des Internetportals Qantara.de nehmen dieses Ziel wörtlich. Nicht nur, weil „Qantara“ auf Arabisch „Brücke“ heißt. Sondern auch, weil sie ihre Leser und Autoren ganz direkt zum Dialog auffordern. Regelmäßig bittet die Redaktion Intellektuelle aus unterschiedlichen Kulturkreisen, sich per E-Mail über ein bestimmtes Thema auszutauschen – zum Beispiel über den arabischen Frühling.

Mehrsprachige Korrespondenz

So beschreiben der ägyptische Schriftsteller Khaled Al-Khamissi und der deutsche Journalist Stefan Weidner auf Qantara.de ihre Eindrücke und Erlebnisse während der Aufstände in Ägypten und diskutieren miteinander. Ihre Korrespondenz wird auf Deutsch, Arabisch und Englisch veröffentlicht – und schlägt so eine Brücke zwischen Orient und Okzident. Eine Idee, die überzeugt: Die Jury des CIVIS Online Medienpreises hat das Internetportal für ihren Preis nominiert. CIVIS zeichnet Programmleistungen im Radio, Fernsehen und Internet aus, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster nationaler, ethnischer, religiöser oder kultureller Herkunft fördern.

Autoren aus Europa und islamisch geprägten Ländern

Dass jeder Beitrag, der bei Qantara.de erscheint, übersetzt und in mehreren Sprachen publiziert wird, trage zur „Pluralität der Meinungen“ bei und sorge dafür, dass der Dialog nicht schon an sprachlichen Schwierigkeiten scheitert, sagt Redaktionsleiter Loay Mudhoon. „Wir übersetzen viele Beiträge, Essays und Kommentare von muslimischen Autoren ins Deutsche und Englische“, betont er. „Das findet man in anderen Online-Medien nicht – und das ist das Alleinstellungsmerkmal von Qantara.de.“

Mehr als 300 Autoren aus Europa und islamisch geprägten Ländern kommen gleichermaßen zu Wort. Palästinensische Frauenrechtlerinnen äußern sich ebenso wie libanesische Politikwissenschaftler oder deutsche Arabisten; die internationale Buchmesse in Saudi-Arabien ist genauso Thema wie der Atomstreit mit dem Iran oder die politische Situation in Pakistan.

Projekt der Deutschen Welle

Ob in Interviews, Analysen oder Bildergalerien, per Leserbrief, Gast-Kommentar oder Briefwechsel – das Qantara-Team will Hintergründe und Erklärungen bieten, Vorurteile abbauen und Wissenslücken schließen. Gegründet wurde das Internetportal 2003, zwei Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September, als Muslime weltweit unter Generalverdacht gerieten. „Oftmals wird nicht ausreichend zwischen dem Islam als Religion und dem Islamismus als politischer Ideologie getrennt“, hat Redaktionsleiter Mudhoon beobachtet.

„In diesem Kontext trägt Qantara.de zu einer Versachlichung der Debatte bei.“ Das Portal ist ein Projekt der Deutschen Welle, an dem auch das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen und die Bundeszentrale für politische Bildung beteiligt sind. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland fördert das Projekt. 2011 wurde Qantara.de optisch neu gestaltet.

Multikulturelles Redaktionsteam

Mehr als 30.000 Klicks verzeichnet Qantara.de täglich. Besonders beliebt: das Dossier „Arabischer Frühling“. Das multikulturelle Redaktionsteam hat darin eine Fülle von Beiträgen zusammengestellt, die in den vergangenen Monaten entstanden sind und Themen aufgreifen, die in der Tagespresse oft keinen Platz finden.

„Die politischen Umwälzungen im arabischen Raum haben dafür gesorgt, dass die Vielfalt der Gesellschaften zwischen Casablanca und Riad offen zu Tage trat“, sagt Ute Schaeffer, Chefredakteurin der Deutschen Welle, die für das Projekt verantwortlich ist. „Es gibt nur wenige journalistische Angebote, welche diese Vielfalt so umfassend und kontinuierlich begleiten wie Qantara.“

Ausgezeichnetes Internetportal

Das sieht die Jury des Europäischen CIVIS Medienpreises für Integration und kulturelle Vielfalt offensichtlich ähnlich. Die Jury hat Qantara.de in der Kategorie „Online“ nominiert. „Die neu gestaltete Webseite bietet vielfältige Perspektiven und Beiträge zu wichtigen politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Fragen“, heißt es in der Begründung. „Ein journalistisches Netzangebot, das die Verständigung zwischen den Kulturkreisen fördert und Vorurteilen entgegenwirkt. Ein hochinteressantes Webangebot – sehr informativ und überzeugend.“ Bereits im vergangenen Jahr wurde Qantara.de von der renommierten „Encyclopedia Britannica“ als eine der besten Websites weltweit ausgezeichnet.

Autorin: Anne Allmeling

Dieser Beitrag wurde zuerst am 15.4.2012 auf dw.de veröffentlicht.

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Civis-Medienpreis

Der Civis-Medienpreis ist Europas bedeutendster Medienpreis für Integration. Er wird als europäischer und deutscher Fernsehpreis sowie als europäischer Radiopreis für deutschsprachige Programme in sechs Kategorien verliehen. Mit dem Young CIVIS Media Prize kommt ein europäischer Förderpreis hinzu, sowie seit 2010 eine zusätzliche Auszeichnung für journalistische Webangebote zum Thema Integration und kulturelle Vielfalt. Offizieller Auslober des Medienpreises sind die Arbeitsgemeinschaft der Landesrundfunkanstalten in Deutschland (ARD), vertreten durch den WDR, und die Freudenberg-Stiftung. Medienpartner sind der Österreichische Rundfunk, die Schweizerische SRG SSR, die Deutsche Welle, das Slowenische Radio und Fernsehen, das Deutschlandradio, der deutsch-französische Kulturkanal Arte, 3sat, Phoenix und die Europäische Rundfunkunion (EBU).

Weitere Informationen finden sie auch im Internet unter: www.civismedia.eu.

Kommentar: Die deutsche Islamkonferenz könnte scheitern


Kommentar: Die deutsche Islamkonferenz könnte scheitern

In der gegenwärtigen Konstellation verkommt die deutsche Islamkonferenz zur Farce: „Fast sieben Jahre nach ihrer Einrichtung gilt sie als beschädigt. Sie verfolgt keine konkreten Ziele mehr, leidet durch das Fehlen von wichtigen Persönlichkeiten unter erheblichen Legitimitätsproblemen. Auch ein roter Faden ist nicht erkennbar – von einer staatspolitischen Vision, wie Ex-Innenminister Schäuble sie 2006 formulierte, ganz zu schweigen. Will man die Konferenz doch noch retten, muss man sie auf neue Grundlage stellen. Vor allem muss man sie konzeptionell und personell erneuert werden“.

So wie sie ist, kann sie nicht bleiben. Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) muss auf neue Grundlage gestellt und – vor allem konzeptionell und personell erneuert werden. Denn in der gegenwärtigen Konstellation verkommt sie zur Farce, meint Loay Mudhoon.

Keine Frage, die deutsche Islamkonferenz war ein historischer Wendepunkt im Verhältnis des deutschen Staates zu seinen muslimischen Bürgern.Denn der Staat redete endlich mit Muslimen und nicht mehr nur über sie. Und es ist unbestreitbar, dass dieses staatlich organisierte Forum vieles zum Positiven verändert hat und sogar großes Echo im europäischen Ausland fand: Dieser Prozess des offenen Dialogs zwischen staatlichen Organen und deutschen Vertretern des Islam hat in den vergangenen fünf Jahren die gegenseitige Wahrnehmung und Zusammenarbeit auf neue Grundlagen stellen können.

Außerdem wissen wir heute, auch dank der deutschen Islamkonferenz, viel mehr über den Islam und die muslimischen Realitäten hierzulande; erstmals liegen relativ belastbare und bundesweit vergleichbare Daten zu muslimischen Lebenswelten und islamischen Gemeinden in Deutschland vor.

Islamkonferenz als staatspolitische Aufgabe

Doch die deutsche Islamkonferenz war vor allem auch eine Herzensangelegenheit seines Initiators, des damaligen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble, der diesem Forum staatspolitische Bedeutung beigemessen hat.

Denn Schäuble wollte „französische Verhältnisse“, die sporadischen Eruptionen von meist jugendlicher Gewalt in den trostlosen Banlieus, in Deutschland unbedingt vermeiden und durch konsequente Einbindung der deutschen Muslime nicht nur die „Einbürgerung des Islam“ vorantreiben, sondern offensichtliche Versäumnisse der Integrationspolitik in den letzten Jahrzehnten wettmachen. Und ihm gelang das Kunststück, nämlich das Vertrauen fast aller muslimischen Teilnehmer und Vertreter zu gewinnen, weil er offen, intellektuell versiert und besonnen als Moderator auch zwischen divergierenden Positionen der Muslime fungieren konnte.

Islamkonferenz droht zu scheitern

Davon scheint jedoch sein aktueller Nachfolger Hans-Peter Friedrich meilenweit entfernt zu sein. Mit seinem mißverständlichen Satz, „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, sorgte der Innenminister schon zu Beginn seiner Amtszeit für Irritationen, Empörung und Entfremdung unter den deutschen Muslimen. Dadurch dürfte er das hart erarbeitete Vertrauen verspielt haben.

Zudem verhielt er sich ungeschickt, als er den Muslimen eine Sicherheitspartnerschaft und einen Präventionsgipfel vorgeschlagen hatte, um extremistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Denn er hätte wissen müssen, dass diese unzulässige Vermischung zwischen Sicherheitsfragen und konkreten Integrationsproblemen den Muslimen ein Dorn im Auge war.

Fast sieben Jahre nach ihrer Einrichtung gilt die deutsche Islamkonferenz als beschädigt. Sie verfolgt keine konkreten Ziele mehr, leidet durch das Fehlen von wichtigen Verbänden und Persönlichkeiten unter erheblichen Legitimitätsproblemen. Auch ein roter Faden ist nicht erkennbar – von einer staatspolitischen Vision, wie Schäuble sie 2006 formulierte, ganz zu schweigen. Will man die Konferenz doch noch retten, muss man sie auf neue Grundlage stellen. Vor allem muss man sie konzeptionell und personell erneuert werden. Denn in der gegenwärtigen Konstellation verkommt sie zur Farce.

© Loay Mudhoon 2012

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Internationale Mediendialoge des Auswärtigen Amts: Über Grenzen hinweg


Internationale Mediendialoge des Auswärtigen Amts: Über Grenzen hinweg

Die internationalen Mediendialoge des Auswärtigen Amts bringen Publizisten aus verschiedenen Kulturkreisen an einen Tisch und öffnen den Blick

Welche Folgen haben die jüngsten weltwirtschaftlichen Entwicklungen auf die wechselseitigen Wahrnehmun­gen der arabi­schen und deutschen Gesellschaften? Können die in Deutschland und Eu­ropa gemachten Erfahrungen den Transformationsprozessen im Nahen Osten neue Impulse geben? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des jüngsten internationalen Mediendialogs des Auswärtigen Amtes – Mitte Oktober 2009 in Damaskus. Rund 30 Journalisten und Medien­experten nahmen an diesem Treffen teil. Sie kamen aus Deutschland und sieben arabischen Ländern; das gemeinsam diskutierte Thema: „Medien und Transformationsprozesse“.

Die regelmäßig vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) im Auftrag des Auswärtigen Amtes geplanten bilateralen oder regionalen Mediendialoge gehören zu den wichtigen Instrumenten der deutschen politischen Öffentlichkeitsarbeit im Ausland. Dabei kommen Medienmacher aus Deutschland mit Kol­leginnen und Kollegen aus den verschiedensten Ländern ins intensive Gespräch. Dazu gehörten bisher zum Beispiel ­China, Pakistan, die Türkei, Israel, Indonesien, die Ukraine, Frankreich, Zen­tral­asien, die GUS-Staaten, mittel- und südosteuropäische Länder, Länder des östlichen und südlichen Afrikas, die Mongolei, Serbien, Kroatien und Kasachstan.

Am runden Tisch tauschen Journalisten, Publizisten, Medienmanager und Politiker Erfahrungen aus der journalistischen Praxis aus und diskutieren aktuelle Medienfragen. „Diese Begegnungen von Multiplikatoren aus verschiedenen geografischen Räumen und Kulturkreisen schaffen zusätzlich grenzübergreifende Netzwerke und regen Kooperationen an“, sagt ifa-Generalsekretär Ronald Grätz. Viele Teilnehmer entwickelten durch die Mediendialoge bleibende Kontakte: „So wird auch ein intensiver Austausch zwischen den Redaktionen gefördert, und das kommt – durch aktuellere Informationen sowie eine bessere Kenntnis der Hintergründe – natürlich auch der Berichterstattung zugute.“ Das bestätigt ein „Mann der Praxis“. Victor Kocher, langjähriger Nahostberichterstatter der „Neuen Zürcher Zeitung“ und jetzt Korrespondent bei den Vereinten Nationen in Genf, hat an einer Reihe von Mediendialogen mit der arabischen Welt teilgenommen. Die Auseinandersetzung mit den großen aktuellen Themen – wie demokratische Reformen, Terrorbekämpfung oder Meinungsfreiheit – unter gleichgestellten Kollegen und auf einer Grundlage der Selbstkritik und der konstruktiven Kritik am anderen „baut“, so der Schweizer Journalist, „gegenseitige Vorurteile ab und öffnet den Blick für eine sachgemäße Darstellung über den west-östlichen Graben hinweg“.

Das Thema „Spannungsfeld zwischen Regierung, privaten und öffentlichen Medien“ behandelte – ebenfalls im Oktober 2009 – der aktuelle deutsch-lateinamerikanische Dialog in Quito, mit Teilnehmern aus Bolivien, Chile, Ecuador und Deutschland. Der Vergleich der Mediensysteme dieser Länder diente einem doppelten Ziel: die Stärken und Schwächen der Verhältnisse im jeweils eigenen Land genauer wahrzunehmen und von den Erfahrungen der anderen Länder zu lernen. Kernpunkte waren die ­normativen Vorgaben der Medienordnun­gen (private/öffentlich-rechtliche Medien, Staatsmedien), Merkmale politischer Kommunikation, die Organisation regionaler und lokaler Öffentlichkeit, die – immer größer werdenden – Finanzprobleme der Medien und die Selbstorganisation und Ausbildung der Journalisten.

Einen Blick in die Zukunft der Mediendialoge wagt Barbara Kuhnert, bisherige stellvertretende Leiterin der Abteilung „Dialoge“ beim Stuttgarter ifa. Sie hat die Medien­dialoge des Auswärtigen Amtes seit 1997 entwickelt und auch „vor Ort“ begleitet: „Anlass für die Mediendialoge war seinerzeit, Stereotypen und Vorurteilen durch eine ausgewogene Berichterstattung entgegenzuwirken. Mit einigen Ländern wird dies auch künftig notwendig und richtig sein. Die Erfahrung hat allerdings bei den jüngsten Mediendialogen gezeigt, dass eine Fokussierung auf ­globale Themen, wie zum Beispiel Umweltpolitik, Wirtschaftssysteme, Vergangenheitsaufarbeitung größere Chan­cen für eine interkulturelle Nachhaltigkeit im Sinne von Ideen für neue Projekte und Netzwerke bietet. Daher sehe ich die Zukunft der Mediendialoge in einer noch stärkeren Verflechtung mit der Zivilgesellschaft und deren aktuellen Themen.“

Quelle: Mediendialoge des ifa

22.12.09

Mediendialoge des ifa

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