Schlagwort: Aufstand in Syrien

Trump-Administration und Syrien: Amerikanische Kehrtwende in der Syrien-Politik?


Trump-Administration und Syrien: Amerikanische Kehrtwende in der Syrien-Politik?

Der perfide Giftgasangriff in Chan Scheichun setzt die Trump-Administration unter massiven Handlungsdruck. Sie muss schnellstmöglich eine klare Strategie für Syrien formulieren, meint Nahost-Experte Loay Mudhoon.
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Kommentar: Auch nach der Schlacht von Aleppo ist kein Ende des Krieges in Syrien in Sicht


Kommentar: Auch nach der Schlacht von Aleppo ist kein Ende des Krieges in Syrien in Sicht

Nach der Katastrophe in Aleppo muss die Diplomatie alles Mögliche tun, um Zivilisten in Syrien zu schützen und die Rückkehr zu einem politischen Prozess zu erzwingen. Dabei ist Russland der Hebel, meint Loay Mudhoon.
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Bürgerkrieg in Syrien: Die selbstverschuldete Ohnmacht des Westens


Bürgerkrieg in Syrien: Die selbstverschuldete Ohnmacht des Westens

Die Lage der eingeschlossenen Menschen in Aleppo scheint zunehmend hoffnungslos. Es droht die größte humanitäre Katastrophe des Kriegs. Doch der Westen kann aus eigener Kraft daran kaum etwas ändern, meint Loay Mudhoon.
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Ein Signal an Assad: Kommentar zum russischen Teilabzug aus Syrien


Ein Signal an Assad: Kommentar zum russischen Teilabzug aus Syrien

Der Teilabzug der russischen Streitkräfte aus Syrien sei ein klares Signal an Machthaber Assad, endlich ernsthaft mit der Opposition zu verhandeln, meint Nahost-Experte Loay Mudhoon in seinem Kommentar. Dem Westen habe Putin deutlich gemacht, dass eine politische Lösung in Syrien gegen den Willen Moskaus nicht möglich sei.
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Kommentar: Der syrische Diktator Assad muss weichen


Kommentar: Der syrische Diktator Assad muss weichen

Die USA und Russland haben sich auf eine Waffenruhe im Syrien-Konflikt geeinigt. Der Erfolg dieser Vereinbarung hängt jedoch davon ab, ob sie ihre regionalen Verbündeten auf Linie bringen können, meint Loay Mudhoon.

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Kommentar zu türkischen Militäroperationen gegen IS und PKK: Eine wohl kalkulierte Eskalationsstrategie


Kommentar zu türkischen Militäroperationen gegen IS und PKK: Eine wohl kalkulierte Eskalationsstrategie

Die türkischen Militäroperationen in Syrien und im Nordirak zielen vor allem darauf ab, die Entstehung eines kurdisch kontrollierten Gebiets entlang der Grenze zu Syrien zu verhindern, meint Loay Mudhoon.
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Kommentar: Katar bleibt wichtiger Partner deutscher Außenpolitik


Kommentar: Katar bleibt wichtiger Partner deutscher Außenpolitik

Trotz Kritik an ihrem außenpolitischen Kurs setzt Bundeskanzlerin Merkel weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit der neuen katarischen Führung. Das ist pragmatisch und klug zugleich, meint Loay Mudhoon.

Der Besuch des jungen Emirs von Katar, Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani, in Berlin wurde von einer heftigen Debatte in der deutschen Öffentlichkeit überlagert: Wie sollte der „richtige“ Umgang mit dem Terror des selbsternannten „Islamischen Staates“ aussehen? Dabei geriet der kleine, aber einflussreiche Golfstaat in den Verdacht, an der Finanzierung dieser barbarischen Terrorgruppe beteiligt zu sein, obwohl es dafür bislang keine konkreten Belege gibt.

Auch Berichte über menschenverachtende Arbeits- und Lebensbedingungen ausländischer Arbeiter auf den gigantischen Baustellen in Doha ließen das Land und seine ambitionierte Führung in keinem guten Licht erscheinen. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass hierzulande Stimmen laut wurden, die die Bundesregierung aufforderten, diese Fragen beim hohen Besuch aus Katar offen anzusprechen.

Doch Bundeskanzlerin Merkel machte nach dem Treffen mit Scheich al-Thani klar, dass Deutschland weiterhin auf enge Zusammenarbeit mit der neuen katarischen Führung setzt. Sie klammerte jedoch bekannte Streitpunkte nicht aus und musste sogar einräumen, dass es in Fragen wie etwa der katarischen Unterstützung der Hamas unterschiedliche Ansichten gebe.

Dieser pragmatische Kurs ist notwendig und klug zugleich. Denn das „Mini-Emirat“ am Golf ist als Partner deutscher Außenpolitik zu wichtig, ja geradezu unverzichtbar. Und dies ist keinesfalls allein auf die Tatsache zurückzuführen, dass Katar einer der wichtigsten Investoren in Deutschland und finanzstarker Abnehmer der deutschen Rüstungsindustrie geworden ist.
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Kommentar: Kein Ende des nahöstlichen Staatensystems von „Sykes-Picot“


Kommentar: Kein Ende des nahöstlichen Staatensystems von „Sykes-Picot“

Der Vormarsch der terroristischen ISIS-Miliz im Irak rüttelt an den künstlichen Grenzen in Nahost. Der Westen sollte pragmatisch versuchen, das entstandene Chaos unter Kontrolle zu halten, meint Loay Mudhoon.

Ohne Zweifel hat der überraschende Vormarsch der radikal-sunnitischen ISIS-Miliz im Irak die Karten im Mittleren Osten neu gemischt. Denn den Steinzeit-Dschihadisten gelang es in nur wenigen Tagen und ohne nennenswerten Widerstand durch die irakische Armee, die Kontrolle über große Gebiete im Westen des Iraks zu gewinnen. Dazu gehört die Millionenstadt Mossul, die zweitgrößte Stadt des Zweistromlandes.

Inzwischen dürften die ISIS-Kämpfer ihre Machtbasis im sunnitisch geprägten Westen des Iraks stabilisiert haben. Und sie kontrollieren bereits weite Teile im Osten Syriens entlang dem Euphrat. Zudem ist es ihnen offenbar gelungen, einen strategisch wichtigen Grenzübergang zu Syrien zu erobern. Somit ist die Grenze zwischen beiden Staaten, in denen die transnational agierenden Gotteskrieger ein Dschihadisten-Kalifat errichten wollen, faktisch nicht existent.
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Kommentar: Syrien-Resolution offenbart die Schwäche des Westens


Kommentar: Syrien-Resolution offenbart die Schwäche des Westens

Die Annahme der UN-Resolution zur Vernichtung aller syrischen Chemiewaffen ist ein wichtiger Erfolg für die UN-Diplomatie. Sie ist aber auch Ausdruck mangelnder Durchsetzungsfähigkeit des Westens. Ein Kommentar von Loay Mudhoon.

Endlich ist sie aufgehoben, die zweieinhalbjährige Blockade im UN-Sicherheitsrat, die jedwedes international abgestimmte Vorgehen im Syrien-Konflikt verhinderte. Nach wochenlangen Diskussionen und Verhandlungen zwischen russischen und amerikanischen Diplomaten hat das mächtigste UN-Gremium eine völkerrechtlich verbindliche Resolution angenommen, die Syrien dazu verpflichtet, alle Chemiewaffen zu vernichten. 
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Nach dem Chemiewaffeneinsatz in Syrien: Militäreinsatz und multinationales Vorgehen bleiben notwenig


Nach dem Chemiewaffeneinsatz  in Syrien: Militäreinsatz und multinationales Vorgehen bleiben notwenig

Mit dem Chemiewaffeneinsatz gegen die Zivilbevölkerung ist Obamas rote Linie überschritten. Daher wird der Westen militärisch gegen das Assad-Regime vorgehen müssen, wenn man künftige Angriffe mit Massenvernichtungswaffen verhindern will. Dennoch: Ohne multinationales Vorgehen lässt sich dieser hoch komplexe Konflikt nicht lösen. Ein Kommentar von Loay Mudhoon.

Am Einsatz von international geächteten Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg bestehen inzwischen keine Zweifel mehr. Die schrecklichen Bilder und Videos von toten Kindern und Frauen sowie verletzten Zivilisten mit neurotoxischen Symptomen belegen den Einsatz von Giftgas eindeutig.

Vor allem die Berichte der angesehenen Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, die seit Jahren in Syrien arbeitet und in engem Kontakt mit geheimen Krankenhäusern steht, bestätigen den bestialischen Massenmord in Syrien.
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Wer prägt die neue arabische Welt? Neue Akteure in den arabischen Transformationsstaaten


Seit Beginn der Arabellion haben neue Kräfte in der arabischen Welt die politische Bühne betreten. Das Spektrum reicht von liberalen Bewegungen bis hin zu islamisch orientierten Parteien. Wie denken sie über die Zukunft ihrer Länder? Welche Chancen, aber auch Herausforderungen sehen sie? In Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung veröffentlicht ZEIT ONLINE eine Serie von Beiträgen über die neuen Akteure in den Transformationsstaaten der arabischen Welt.

Einzelne Beiträge:

Honey Al-Sayed; sie moderierte bis Anfang 2012 eine beliebte Morgen-Show auf Al-Madina FM, Syriens erstem unabhängigen Radiosender. Vor acht Monaten entschied sie sich, Syrien zu verlassen. Sie lebt derzeit in den USA.
Der Krieg spaltet Syriens Gesellschaft

Molham Al-Droubi; er ist führendes Mitglied der syrischen Muslimbruderschaft und Teilnehmer des von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und dem United States Institute of Peace (USIP) ermöglichten The Day After-Projekt.
Zwei Wege führen zu einem freien Syrien

Die Autorin ist eine junge syrische Bloggerin, die unter dem Pseudonym »Jasmine Roman« aus Damaskus schreibt.
Assads letzte Tage können noch Jahre dauern

Fathi Ayadi; er lebte lange Zeit in Deutschland und vertritt nun die moderat-islamische Ennahda-Partei in der verfassungsgebenden Versammlung Tunesiens.
Eine Revolution auf dem Weg des demokratischen Wandels

Nora Müller; sie ist als Projektleiterin im Bereich Internationale Politik der Körber-Stiftung tätig.
Keine arabische Demokratie ohne Salafisten

Zyad E-Elaimy; er ist Rechtsanwalt und führendes Mitglied der Revolution’s Youth Coalition in Ägypten.
Ägyptens Revolutionäre müssen Wahlkampf lernen

Boualem Sansal; er ist ein frankophoner algerischer Schriftsteller und wurde 2011 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
Die Islamisten werden undemokratisch regieren

Rafif Jouejati; sie ist Sprecherin der Local Coordination Committees (LCC) für den englischsprachigen Raum.
Helft Syrien!

Ashraf Swelam; er leitete das Egypt’s International Economic Forum und lehrt als Gastdozent an der American University in Kairo
Ägypten ist wieder am Nullpunkt

Lesen Sie auch die ZEIT ONLINE-Serie: Umbrüche in der arabischen Welt

Dossier zum „Arabischer Frühling“

Die Wut der Tunesier und Ägypter gegen ihre autokratischen Herrscher hat eine beispiellose Revolte in den arabischen Staaten ausgelöst. Das umfangreiche Qantara-Dossier informiert über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe der Massenproteste  in der arabischen Wwelt. weiter

Kommentar: Zerfall des Assad-Regimes in Syrien muss beschleunigt werden


Kommentar: Zerfall des Assad-Regimes in Syrien muss beschleunigt werden
Das syrische Volk will den Sturz des Regimes

Das Assad-Regime hat eine konfessionelle Spaltung der Gesellschaft bewirkt und die nationale Struktur des Landes zerstört. Nun entscheidet sich Syriens Schicksal im militärischen Kampf und es bleiben drei Optionen: Entweder die alawitische Militärelite beseitigt es – oder eine militärische Intervention von außen. Oder die internationale Gemeinschaft bewaffnet die Frei syrische Armee.

Die UN-Diplomatie ist gescheitert und das Assad-Regime setzt weiterhin auf die gewaltsame Niederschlagung der ursprünglich friedlichen Massenproteste. Weil es aber kaum vorstellbar ist, dass das international isolierte und moralisch völlig diskeditierte Gewalt-Regime in Damaskus überlebt, müsste die internationale Gemeinschaft dafür sorgen, dass seine begonnene Erosion beschleunigt wird. Ein Kommentar von Loay Mudhoon.

Nun ist es offiziell: Die Beobachtermission der Vereinten Nationen in Syrien wird aufgrund der eskalierenden Gewalt zwischen den Regierungstruppen von Noch-Präsident Bashar Al Assad und den Rebellen nicht verlängert.

Doch das offensichtliche Scheitern der UN-Diplomatie in Syrien dürfte niemanden ernsthaft überraschen. Zur Erinnerung: Selbst der engagierte, zurückhaltende und erfahrene UN-Sondervermittler Kofi Annan bezeichnete im März diesen Jahres seinen Sechs-Punkte-Plan zur Befriedung Syriens als „Mission Impossible“.

Viel treffender wäre allerdings die Bezeichnung „Totgeburt“, denn das Assad-Regime setzt alleine auf die gewaltsame und brutale Niederschlagung der ursprünglich friedlichen Massenproteste – und arbeitet gezielt darauf hin, das Land nach ethnischen und konfessionellen Linien zu spalten. Diese Strategie der Militarisierung der Massenerhebung und vor allem der systematische, exzessive Gewalteinsatz des menschenverachtenden Regimes gegen die eigene Zivilbevölkerung mussten zwangläufig dazu führen, dass aus der syrischen Revolution ein bewaffneter Ausfand wurde. Auch aus diesem Grunde war die UN-Diplomatie spätestens mit dem verheerenden Massaker von Hula de facto gescheitert.

Siegen oder Sterben in Syrien

In seiner Fixierung auf Gewalt wurde das Assad-Regime zweifelsohne durch die schützende Hand der Veto-Mächte Russland und China und der tatkräftigen Hilfe Irans bestärkt. Zudem trug die Uneinigkeit der UN-Vetomächte – aufgrund ihrer divergierenden geopolitischen Interessen – auf gemeinsames Vorgehen in Syrien auch zur Eskalation der Gewalt in den letzten Monaten bei.

Nun entscheidet sich Syriens Schicksal im militärischen Kampf. Weil es aber kaum vorstellbar ist, dass das innerarabisch, aber auch inzwischen international isolierte und moralisch völlig diskeditierte Gewalt-Regime in Damaskus überlebt, müsste die internationale Gemeinschaft dafür sorgen, dass seine begonnene Erosion beschleunigt wird.

Dazu gehört selbstverständlich die Einrichtung einer Flugverbotszone zum Schutz der Zivilisten und der desertierten Soldaten und die weitere kontrollierte und bessere Bewaffnung der Freien Syrischen Armee. Dies muss schnell passieren, bevor das ganze Land durch einen langwierigen Bürgerkrieg völlig zerstört wird. Alles andere wäre inkonsequent und trüge lediglich zur Verlängerung des Leidens der Menschen in Syrien bei.

Loay Mudhoon

© Loay Mudhoon/Deutsche Welle 2012

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Weitere Beiträge zum Aufstand in Syrien gegen das Assad-Regime:

Wie Assad Syrien systematisch zerstörte

Das Assad-Regime trägt nach Ansicht des bekannten Publizisten Khaled Hroub die Verantwortung für die Gewalteskalation in Syrien, weil es seit dem Beginn der ursprünglich friedlichen Revolution deren Militarisierung vorangetrieben hat. Das Regime habe zudem eine konfessionelle Spaltung der Gesellschaft bewirkt und die nationale Struktur des Landes zerstört. weiter »

Die Rolle Irans im Syrienkonflikt

Assad muss bleiben

Die Führung in Teheran setzt derzeit alles daran, das Regime in Damaskus zu halten. Denn fällt Baschar al-Assad, gerät auch der Iran in eine extrem gefährliche Isolation und wird die Sanktionen kaum überstehen, meint Bahman Nirumand. weiter »

Aufstand in Syrien: Assads Ende in Sicht

Syriens Schicksal entscheidet sich im Kampf, nicht am Verhandlungstisch. Mancherorts hat die Ära nach Assad schon begonnen. Die syrische Opposition muss sich auf die Machtübernahme vorbereiten und braucht dafür Unterstützung aus dem Ausland, meint Kristin Helberg.