Schlagwort: Arabische Welt

Saudi-Arabien ist zum Kampf gegen den IS verdammt


Saudi-Arabien ist zum Kampf gegen den IS verdammt

Nach der Anschlagsserie in Saudi-Arabien hat das Königshaus keine andere Wahl, als das Pseudokalifat des IS mit allen Mitteln zu bekämpfen. Die Monarchie muss jetzt tiefgreifende Reformen durchsetzen, meint Loay Mudhoon.
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Kommentar zu türkischen Militäroperationen gegen IS und PKK: Eine wohl kalkulierte Eskalationsstrategie


Kommentar zu türkischen Militäroperationen gegen IS und PKK: Eine wohl kalkulierte Eskalationsstrategie

Die türkischen Militäroperationen in Syrien und im Nordirak zielen vor allem darauf ab, die Entstehung eines kurdisch kontrollierten Gebiets entlang der Grenze zu Syrien zu verhindern, meint Loay Mudhoon.
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Kommentar: Arabische Ängste vor iranisch-schiitischer Vormachtstellung


Kommentar: Arabische Ängste vor iranisch-schiitischer Vormachtstellung

Die arabischen Staatschefs haben sich überraschend auf die Bildung einer gemeinsamen Eingreiftruppe geeinigt. Diese soll in erster Linie eine gemeinsame Front gegen Irans Vormachtstellung bilden, meint Loay Mudhoon.

Was bei älteren Arabern Erinnerungen an panarabische Parolen aus der postkolonialen Ära des Nahen Ostens, an große Visionäre und Verfechter einer gemeinsamen arabischen Nation wecken darf, müsste in den Ohren der jüngeren Generation eher befremdlich klingeln. Schließlich sehen die Realitäten zwischen Atlantik und Golf düster aus: irrationale Zerstrittenheit und destruktive Rivalitäten prägen die Beziehungen zwischen den arabischen Staaten – und behindern das Zusammenwachsen der arabischen Welt.

Dennoch: Rein rhetorisch hören sich die Ergebnisse des zweitägigen Gipfeltreffens der Arabischen Liga im ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich recht ambitioniert an. Schließlich haben sich die arabischen Präsidenten, Könige und Emire überraschend schnell auf die Bildung einer gemeinsamen, panarabischen Eingreiftruppe geeignet, um aktuellen Bedrohungen zu begegnen und die arabische Sicherheit zu verteidigen.
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Kommentar: Katar bleibt wichtiger Partner deutscher Außenpolitik


Kommentar: Katar bleibt wichtiger Partner deutscher Außenpolitik

Trotz Kritik an ihrem außenpolitischen Kurs setzt Bundeskanzlerin Merkel weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit der neuen katarischen Führung. Das ist pragmatisch und klug zugleich, meint Loay Mudhoon.

Der Besuch des jungen Emirs von Katar, Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani, in Berlin wurde von einer heftigen Debatte in der deutschen Öffentlichkeit überlagert: Wie sollte der „richtige“ Umgang mit dem Terror des selbsternannten „Islamischen Staates“ aussehen? Dabei geriet der kleine, aber einflussreiche Golfstaat in den Verdacht, an der Finanzierung dieser barbarischen Terrorgruppe beteiligt zu sein, obwohl es dafür bislang keine konkreten Belege gibt.

Auch Berichte über menschenverachtende Arbeits- und Lebensbedingungen ausländischer Arbeiter auf den gigantischen Baustellen in Doha ließen das Land und seine ambitionierte Führung in keinem guten Licht erscheinen. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass hierzulande Stimmen laut wurden, die die Bundesregierung aufforderten, diese Fragen beim hohen Besuch aus Katar offen anzusprechen.

Doch Bundeskanzlerin Merkel machte nach dem Treffen mit Scheich al-Thani klar, dass Deutschland weiterhin auf enge Zusammenarbeit mit der neuen katarischen Führung setzt. Sie klammerte jedoch bekannte Streitpunkte nicht aus und musste sogar einräumen, dass es in Fragen wie etwa der katarischen Unterstützung der Hamas unterschiedliche Ansichten gebe.

Dieser pragmatische Kurs ist notwendig und klug zugleich. Denn das „Mini-Emirat“ am Golf ist als Partner deutscher Außenpolitik zu wichtig, ja geradezu unverzichtbar. Und dies ist keinesfalls allein auf die Tatsache zurückzuführen, dass Katar einer der wichtigsten Investoren in Deutschland und finanzstarker Abnehmer der deutschen Rüstungsindustrie geworden ist.
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Kommentar: Kein Ende des nahöstlichen Staatensystems von „Sykes-Picot“


Kommentar: Kein Ende des nahöstlichen Staatensystems von „Sykes-Picot“

Der Vormarsch der terroristischen ISIS-Miliz im Irak rüttelt an den künstlichen Grenzen in Nahost. Der Westen sollte pragmatisch versuchen, das entstandene Chaos unter Kontrolle zu halten, meint Loay Mudhoon.

Ohne Zweifel hat der überraschende Vormarsch der radikal-sunnitischen ISIS-Miliz im Irak die Karten im Mittleren Osten neu gemischt. Denn den Steinzeit-Dschihadisten gelang es in nur wenigen Tagen und ohne nennenswerten Widerstand durch die irakische Armee, die Kontrolle über große Gebiete im Westen des Iraks zu gewinnen. Dazu gehört die Millionenstadt Mossul, die zweitgrößte Stadt des Zweistromlandes.

Inzwischen dürften die ISIS-Kämpfer ihre Machtbasis im sunnitisch geprägten Westen des Iraks stabilisiert haben. Und sie kontrollieren bereits weite Teile im Osten Syriens entlang dem Euphrat. Zudem ist es ihnen offenbar gelungen, einen strategisch wichtigen Grenzübergang zu Syrien zu erobern. Somit ist die Grenze zwischen beiden Staaten, in denen die transnational agierenden Gotteskrieger ein Dschihadisten-Kalifat errichten wollen, faktisch nicht existent.
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Kommentar: Keine Chance für die internationale Diplomatie im Syrienkonflikt ohne Drohkulisse


Kommentar: Keine Chance für die internationale Diplomatie im Syrienkonflikt ohne Drohkulisse

Der Erfolg der russischen Initiative, das syrische Chemiewaffenarsenal international zu kontrollieren, ist nur möglich, wenn Moskau die militärische Drohkulisse gegen das Assad-Regime mitträgt, meint Loay Mudhoon.

Keine Frage: Durch das überraschende Angebot Russlands, das Assad-Regime dazu zu bewegen, sein Chemiewaffen-Arsenal offenzulegen und unter internationale Kontrolle zu stellen, sind die Karten in der Syrienkrise neu gemischt worden. Nachdem der syrische Diktator die diplomatische Vorlage seiner Schutzmacht dankend angenommen hat, scheint ein US-amerikanischer Militärschlag gegen seine Armee abgewendet zu sein. Zumindest vorerst.
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Kutub:na – Neue deutschsprachige Bücher für die arabische Welt


Kutub:na – Neue deutschsprachige Bücher für die arabische Welt

Trommeln in der Nacht

… ist der Titel eines bereits 1922 erschienenen Stücks von Bertolt Brecht. Gleich mehrere große Zeitthemen verarbeitete der 21jährige in dieser herben Komödie – chaotische Zustände nach dem Ersten Weltkrieg, den Spartakus-Aufstand, Liebe in Zeiten der Revolution. Der Kriegsheimkehrer Andreas Kragler, Proletarier und Revolutionär aus betrogener Liebe, wendet, als die Geliebte zu ihm zurückkehrt, der Revolution den Rücken und wird wieder zum privatisierenden Bourgeois. Ein Thema, das auch in unserer Zeit und in der arabischen Welt aktuell ist. Trommeln in der Nacht ist der „Klassiker“, den wir zur Übersetzung ins Arabische vorschlagen möchten. kutub:na 4 stellt aber vor allem aktuelle Romane, Sachbücher und Kinder- und Jugendliteratur vor, die erst kürzlich auf dem deutschen Buchmarkt erschienen sind

Bei den Sachbüchern lassen sich drei thematische Schwerpunkte feststellen: Bücher, die sich mit Demokratie und Aufklärung in Europa und in der arabischen Welt beschäftigen – es werden auch neue Denkansätze vorgestellt wie in Plaum, Die Wiki-Revolution – Absturz und Neustart der westlichen Demokratie; Orientierungshilfen und Anleitungen für die globale Welt wie Schnädelbach, Was Philosophen wissen – Und was man von ihnen lernen kann oder die Macchiavelli-Biographie; der dritte Schwerpunkt sind Bücher, die sich auf unterschiedlichen Ebenen mit gesellschaftlichen Phänomenen wie Hyperaktivität oder dem übermäßigen Konsum von Kommunikationstechnologien (Internet, Smartphone etc.) beschäftigen.

Ein besonderer Fokus liegt in dieser Ausgabe aber auf neuen Kinder- und Jugendbüchern: Unterhaltsame Titel voller Situationskomik und Sprachwitz sind genauso dabei wie ein Fantasy-Roman (Poznanski, Erebos), ein Buch über ein Pflegekind aus Ruanda (Jansen, Herzsteine) und eine berührende und nachdenkliche Geschichte über Einsamkeit und Verzweiflung (Bach, Was vom Sommer übrig ist).

kutub:na 4 stellt insgesamt wieder

25 Bücher vor – ausgewählt aus mehr als 60 Vorschlägen von einer deutsch-arabischen Jury von Journalisten, Literaturkritikern und Kinderbuchexperten aus Deutschland.Sie haben die Möglichkeit, sich per RSS-Feed über Neuerscheinungen auf dem Laufenden zu halten.Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und hoffen, dass viele „unserer Bücher“ auf Ihr Interesse stoßen und Eingang in Ihr Verlagsprogramm finden werden.

Zum Schluss möchten wir noch auf das Übersetzungsförderungsprogramm des Goethe-Instituts hinweisen:
www.goethe.de/uebersetzungsfoerderungWenn Sie einen Antrag auf Übersetzungsförderung stellen möchten, beraten wir Sie gerne!Download Symbolkutub:na 4 (PDF, 470 KB)

Wird der arabische Frühling die Unterordnung der arabischen Welt beenden?


Wird der arabische Frühling die Unterordnung der arabischen Welt beenden?

Der Historiker Eugene Rogan: Die Unterordnung der arabischen Welt unter die Regeln der auswärtigen Mächte könnte enden – durch den arabischen Frühling. Eine der Thesen des Buches lautet, dass sich die moderne Geschichte der Araber in den vergangenen fünf Jahrhunderten größtenteils nach den Regeln der dominanten Mächte der jeweiligen Zeit abspielte. Im Jahr 2011 haben wir erlebt, wie die Bürger in der arabischen Welt die Initiative ergriffen, ohne dass die großen Mächte beteiligt waren. Foto: Propyläen Verlag

Der renommierte amerikanische Historiker Eugene Rogan hat mit seinem vor einigen Monaten auf Deutsch erschienenen Buch „Die Araber“ ein neues Standardwerk zur Geschichte der arabischen Welt der vergangenen 500 Jahre geschrieben. Besonderes Augenmerk legt der Oxford-Historiker dabei auf die Dominanz ausländischer Mächte und drei Kräfte: den arabischen Nationalismus, das Öl und den politischen Islam. Mehr…

Neues arabisches Selbstbewusstsein

Für den US-Historiker Eugene Rogan, der zu den besten Kenner der arabischen Welten zweifelsohne zählt, bedeutet der historische Umbruch 2011 die Wiederkehr einer arabischen politischen Identität als maßgeblicher Faktor, wie man es seit dem Höhepunkt des arabischen Nationalismus nicht mehr gesehen hat.

Seiner Ansicht nach entwickelte sich in den letzten Jahren  ein neues arabisches Selbstbewusstsein: „Die Araber empfinden einen neuen Stolz, dass sie eine globale Bewegung anführen, die gegen verantwortungslose Regierungen und Ungleichheit protestiert“. (Mehr im Interview mit Eugene Rogan).

Literatur: Eugene Rogan: Die Araber. Eine Geschichte von Unterdrückung und Aufbruch. Propyläen Verlag 2012

Die „Arabische Krankheit“ und die Theorie des ‚Neo-Patriarchismus‘


Die „Arabische Krankheit“ und die Theorie des ‚Neo-Patriarchismus‘

Brian Whitaker: „Was läuft wirklich falsch im Nahen Osten“

Lizenz zur Unterdrückung

Was ist los mit den arabischen Gesellschaften? Warum gelingt es ihnen nicht, demokratische Regierungen zu installieren? Diese Frage hat der britische Journalist Brian Whitaker in seinem Buch „What’s Really Wrong with the Middle East“ untersucht. Seine Antwort, so Rezensent James M. Dorsey: Nicht nur die Regierungen, die Gesellschaften selbst sind repressiv. „Um dieses Phänomen zu beschreiben, bedient sich Whitaker der Theorie des Neo-Patriarchismus‚ des aus Palästina stammenden US-Historikers Hisham Sharabi.

In einem kontrovers diskutierten, in vielen arabischen Ländern bis heute verbotenen Buch aus den 1980er Jahren, konstatiert Sharabi, dass die arabische Gesellschaft um die ‚Dominanz des Vaters (Patriarchen)‘ aufgebaut sei: Dieser bildet ‚das Zentrum der nationalen wie der natürlichen Familie. So existieren zwischen dem Herrscher und den Beherrschten, zwischen Vater und Sohn einzig vertikale Beziehungen: in beiden Verhältnissen ist der väterliche Wille absolut‚.“

Brian Whitaker: „Was läuft wirklich falsch im Nahen Osten“

Lizenz zur Unterdrückung

In seinem neuesten Buch analysiert der britische Journalist Brian Whitaker das, was man auch als „arabische Krankheit“ bezeichnet. Er glaubt, dass die repressiven Reflexe der arabischen Regime bereits so verinnerlicht sind, dass sie die gesamten Gesellschaften durchdringen. Mehrlesen…

Nahostpolitik der EU und der USA
Drohender Stillstand statt Wandel
Der Wahlsieg der Hardliner im Iran und die fehlende Bereitschaft der israelischen Regierung zu ernsthaften Zugeständnissen an die Palästinenser bedeuten einen klaren Rückschlag für Obamas Vision für Frieden und Sicherheit in der Region. Ein Essay von Michael Lüders

Perspektiven auf den radikalen Islamismus
Generationen des Zorns
Was nährt den radikalen Islamismus, und wie lässt er sich differenzieren? Volker Perthes, ausgewiesener Nahostexperte und Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, liefert in seiner Analyse fünf konkrete Ansatzpunkte, wie Europa in der muslimischen Welt konstruktiv agieren könnte.

Die EU und Ägypten
Stabilität oder Demokratisierung?
In wirtschaftlicher Hinsicht wünscht sich die ägyptische Regierung eine Kooperation mit der EU, lehnt aber deren Menschenrechts-Konzepte als innere Einmischung ab. Isabel Schäfer zeigt das Dilemma der „Euro-Mediterranen Partnerschaft“ am Beispiel Ägyptens auf.