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Ein Signal an Assad: Kommentar zum russischen Teilabzug aus Syrien


Ein Signal an Assad: Kommentar zum russischen Teilabzug aus Syrien

Der Teilabzug der russischen Streitkräfte aus Syrien sei ein klares Signal an Machthaber Assad, endlich ernsthaft mit der Opposition zu verhandeln, meint Nahost-Experte Loay Mudhoon in seinem Kommentar. Dem Westen habe Putin deutlich gemacht, dass eine politische Lösung in Syrien gegen den Willen Moskaus nicht möglich sei.
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Nach den Terroranschlägen in Brüssel: Nicht in die IS-Falle tappen


Nach den Terroranschlägen in Brüssel: Nicht in die IS-Falle tappen

Die perfiden Terroranschläge in Brüssel sind ein Beleg dafür, dass der so genannte „Islamische Staat“ zunehmend auf eine Strategie der Spaltung westlicher Gesellschaften setzt. Ein Kommentar von Loay Mudhoon.
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Kommentar: Der syrische Diktator Assad muss weichen


Kommentar: Der syrische Diktator Assad muss weichen

Die USA und Russland haben sich auf eine Waffenruhe im Syrien-Konflikt geeinigt. Der Erfolg dieser Vereinbarung hängt jedoch davon ab, ob sie ihre regionalen Verbündeten auf Linie bringen können, meint Loay Mudhoon.

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Kommentar zur EU-Flüchtlingspolitik: Europa braucht gemeinsame Standards


Kommentar zur EU-Flüchtlingspolitik: Europa braucht gemeinsame Standards
Die Flüchtlingskrise ist eine Chance, das humanitäre Erbe Europas wiederzubeleben. Deutschland und seine Zivilgesellschaft spielen dabei bereits eine Vorreiterrolle, meint Loay Mudhoon.


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Kommentar zu türkischen Militäroperationen gegen IS und PKK: Eine wohl kalkulierte Eskalationsstrategie


Kommentar zu türkischen Militäroperationen gegen IS und PKK: Eine wohl kalkulierte Eskalationsstrategie

Die türkischen Militäroperationen in Syrien und im Nordirak zielen vor allem darauf ab, die Entstehung eines kurdisch kontrollierten Gebiets entlang der Grenze zu Syrien zu verhindern, meint Loay Mudhoon.
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Medien International: Vereinfachung hilft im Jemen-Konflikt nicht weiter


Medien International: Vereinfachung hilft im Jemen-Konflikt nicht weiter

Binnen kurzer Zeit hat sich im Jemen ein regionaler Konflikt entwickelt. Wird die Lage in arabischen wie westlichen Medien ähnlich beurteilt? Die DW Akademie diskutierte darüber mit Medienexperten (Adnan Tabatabei, Loay Mudhoon, Aktham Suliman und Marie-Christine Heinze ) im ARD-Hauptstadtstudio.

Vereinfachen, ohne den Konflikt einseitig darzustellen. Dieser Herausforderung sehen sich Journalisten jeden Tag gegenüber, wenn sie vom Konflikt im Jemen berichten. Doch wie mit dieser Herausforderung umgehen? Darüber diskutierte Moderator Arnd Henze, WDR-Fernsehkorrespondent im ARD-Hauptstadtstudio, am vergangenen Freitag (8. Mai 2015) mit einem hochkarätig besetzten Panel. Dabei schlug er vor, die Veranstaltung „Medien International: Arabische Halbinsel“ zu nutzen, um jenseits von Klischees und interessengesteuerter Vereinfachungen unvoreingenommen auf den Jemen-Konflikt zu schauen.
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Kommentar: Arabische Ängste vor iranisch-schiitischer Vormachtstellung


Kommentar: Arabische Ängste vor iranisch-schiitischer Vormachtstellung

Die arabischen Staatschefs haben sich überraschend auf die Bildung einer gemeinsamen Eingreiftruppe geeinigt. Diese soll in erster Linie eine gemeinsame Front gegen Irans Vormachtstellung bilden, meint Loay Mudhoon.

Was bei älteren Arabern Erinnerungen an panarabische Parolen aus der postkolonialen Ära des Nahen Ostens, an große Visionäre und Verfechter einer gemeinsamen arabischen Nation wecken darf, müsste in den Ohren der jüngeren Generation eher befremdlich klingeln. Schließlich sehen die Realitäten zwischen Atlantik und Golf düster aus: irrationale Zerstrittenheit und destruktive Rivalitäten prägen die Beziehungen zwischen den arabischen Staaten – und behindern das Zusammenwachsen der arabischen Welt.

Dennoch: Rein rhetorisch hören sich die Ergebnisse des zweitägigen Gipfeltreffens der Arabischen Liga im ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich recht ambitioniert an. Schließlich haben sich die arabischen Präsidenten, Könige und Emire überraschend schnell auf die Bildung einer gemeinsamen, panarabischen Eingreiftruppe geeignet, um aktuellen Bedrohungen zu begegnen und die arabische Sicherheit zu verteidigen.
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Kommenatar zum Manifest „Muslimische Demokraten der Welt, vereint Euch!“ – Für Islam und Demokratie


Kommenatar zum Manifest „Muslimische Demokraten der Welt, vereint Euch!“ – Für Islam und Demokratie

Die Versäumnisse muslimischer Gesellschaften benennen und einen Islam fürs 21. Jahrhundert entwickeln: Das fordern muslimische Intellektuelle. Europa sollte das unbedingt fördern, meint Loay Mudhoon.

In einem bemerkenswert klar formulierten Manifest haben vier renommierte muslimische Intellektuelle an alle politischen und religiösen Autoritäten in den islamisch geprägten Ländern und in Europa appelliert, sich unmissverständlich für einen demokratischen Islam einzusetzen. Zu dieser Eindeutigkeit gehört auch, dass sie konkrete Schritte vorschlagen: Eine Konferenz in Frankreich Anfang 2016, bei der muslimische Persönlichkeiten „die Umrisse eines fortschrittlichen Islam skizzieren“, der „fest im 21. Jahrhundert verankert“ sein soll.
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Kommentar zum Kampf gegen den IS: Nur Sunniten können den „Islamischen Staat“ besiegen


Kommentar zum Kampf gegen den IS: Nur Sunniten können den „Islamischen Staat“ besiegen

Die Luftangriffe der US-geführten „Koalition der Willigen“ haben den so genannten „Islamischen Staat“ geschwächt. Doch um den IS zu besiegen, wird dringend eine arabisch-sunnitische Allianz benötigt, meint Loay Mudhoon.

Zweifelsohne haben die massiven Luftangriffe der US-geführten Koalition gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) entscheidend dazu beigetragen, dass die territoriale Ausbreitung dieses dschihadistischen Möchte-Gern-Kalifats zunächst gestoppt wurde. Auch die Befreiung der nordsyrischen Grenzstadt Kobane durch irakisch-kurdische Peschmerga-Kämpfer wäre ohne Unterstützung der amerikanischen und arabischen Luftangriffe kaum vorstellbar gewesen. Diese unbestreitbaren Erfolge haben den Mythos von der Unbesiegbarkeit des so genannten „Islamischen Staates“ (IS) zwar bröckeln lassen, doch von einem unmittelbar bevorstehenden Sieg über diese enthemmten Extremisten kann keine Rede sein.
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Kommentar: Saudi-Arabien nach dem Tode von König Abdullah: Am Scheideweg


Saudi-Arabien geht unter dem neuen König Salman stürmischen Zeiten entgegen: Innenpolitischer Reformstau und außenpolitische Misserfolge bedrohen die Zukunft der wahhabitischen Monarchie, meint Loay Mudhoon.

Die Nachfolge des verstorbenen saudischen Königs Abdullah konnte schnell geklärt werden. Die saudische Herrscherfamilie hatte angesichts seiner langen Krankheit auch ausreichend Zeit, um sich auf den Machtwechsel vorzubereiten. Doch die reibungslos erfolgte Machtübergabe kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die saudische Führung um den neuen König Salman bin Abdalaziz mit einer Reihe von außenpolitischen Konflikten und innenpolitischen Herausforderungen konfrontiert sieht.
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Kommentar: Ein genuin europäischer Islam ist alternativlos


Kommentar: Ein genuin europäischer Islam ist alternativlos

Seit dem Attentat von Paris wird eine Debatte um die vermeintliche Gewaltaffinität des Islam geführt. Das verstellt den Blick für die Erfolge der „Einbürgerung“ des Islam in Deutschland, meint Loay Mudhoon.

Verständlicherweise werfen die perfiden Anschläge vom Paris altbekannte, grundsätzliche Fragen auf: Ist der Islam im Kern eine menschenverachtende und gewaltverherrlichende Religion? Lässt sich aus den zentralen Schriften dieser Weltreligion eine Legitimationsformel für die Gewaltorgien von enthemmten Dschihadisten ableiten? Und noch wichtiger: Ist die Integration der Muslime in Deutschland gescheitert?

Alle diese Fragen sind gewiss berechtigt. Dennoch gehen sie am Kern der Problematik vorbei, nämlich an der Frage nach der Vereinbarkeit der islamischen Religion mit den Errungenschaften der Moderne und den Werten der freiheitlich-demokratisch verfassten Gesellschaften.
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Nahost-Experte Loay Mudhoon über Folgen der Arabellion: „Am liebsten Friedhofsruhe in der arabischen Welt“


Nahost-Experte Loay Mudhoon über Folgen der Arabellion: „Am liebsten Friedhofsruhe in der arabischen Welt“

Demokratie nach der Arabellion: Ölreiche Länder werden häufig autoritär regiert. Für die Förderung werden nicht viele Menschen gebraucht. Deshalb kann, wer die Macht hat, diesen Bodenschatz ausbeuten, ohne sich sonderlich um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu kümmern. Dass es in der arabischen Welt besonders viel Öl, aber auch besonders repressive Regime gibt, ist kein Zufall, sagt der auf die Region spezialisierte Journalist Loay Mudhoon, und das wirkt sich auch auf aktuelle Konflikte in Syrien und Irak aus.

Leidet die gesamte arabische Welt am Ölfluch?
Loay Mudhoon: Ja, es fällt auf, dass alle ölreichen Länder der arabischen Welt lange entweder von säkularen Diktatoren oder absoluten Monarchen regiert wurden. Der Ölreichtum blockiert eine humane und demokratische Einwicklung. Dort, wo es kein Öl gibt, sieht es leider kaum besser aus. Dort gibt es aber auch weniger Entwicklungschancen. Ökonomisch hängen die Länder ohne Öl von den Petrodollars der Nachbarn ab. Das läuft unter anderem über direkte staatliche Unterstützung, Geldtransfers an Verwandte und Migration.

US-Präsident George W. Bush versprach 2003, die Region werde demokratisch erblühen, wenn Iraks Diktator Saddam Hussein falle.
Das war ein gewaltiger Irrtum. Heute sieht jeder, wohin die völkerrechtswidrige Invasion geführt hat. Demokratie lässt sich nicht von außen mit Waffen erzwingen.

Aber auch der arabische Frühling scheint gescheitert – mit der Ausnahme Tunesiens vielleicht, wo die Demokratie noch möglich ist. Warum haben die Aufstände den Monarchen weniger angehabt als den Diktatoren?
Die erste Welle der Arabellion ist gescheitert. Das hat mehrere Dimensionen:

  • Königsfamilien haben etwas mehr Legitimität als Diktatoren von Republiken. Sie sind institutionell besser verankert. Sie stützen ihre Macht nicht nur auf das Militär, sondern auch auf tribale Zugehörigkeit. Sie haben, anders als die Diktatoren, auch keine umfassende Modernisierung versprochen.
  • Die Monarchien, die Öl ausführen, haben einen Teil ihres Reichtums umverteilt. In manchen Golfstaaten ist die heimische Bevölkerung recht wohlhabend.

Die eigentliche Ursache der Arabellion war der Jugend-Tsunami: die große Zahl junger Leute, die im Vergleich zu früheren Generationen gut ausgebildet sind, die dank Internet und Satellitenfernsehen wissen, wie es anderswo zugeht, und die für sich selbst keine Zukunft sehen. Die wirtschaftliche Lage ist in Tunesien und Ägypten verzweifelter als in Saudi-Arabien oder Katar.
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