Islam

Islam-Experte Loay Mudhoon im SPIEGEL-Interview: Warum die islamische Welt so zerrissen ist


Islam-Experte Loay Mudhoon im SPIEGEL-Interview: Warum die islamische Welt so zerrissen ist

Kolonialzeit und Kalter Krieg haben die Strukturen in der arabischen Welt zerrissen. Doch Chaos, Radikalisierung und Dschihadismus entstehen auch durch das Versagen ihrer Eliten. Was kann Europa dagegensetzen? Ein Interview mit Islam-Experte Loay Mudhoon


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Opinion: ‚Islamic State‘ jihadism could live on


Opinion: ‚Islamic State‘ jihadism could live on

With Mosul and Raqqa retaken, the fate of „Islamic State’s“ territorial caliphate is sealed. Yet Loay Mudhoon says that’s no reason to give the all clear, as IS is nothing more than a symptom of a crisis of statehood.


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Berlins neue Ibn-Rushd-Goethe-Moschee: Der liberale Islam ist eine Schimäre


Berlins neue Ibn-Rushd-Goethe-Moschee: Der liberale Islam ist eine Schimäre

Die ablehnenden Reaktionen auf die Eröffnung einer „liberalen Moschee“ in Berlin sind keine wirkliche Überraschung. Sie taugen jedoch nicht als Beweis für die generelle Reformunfähigkeit des Islam, meint Loay Mudhoon.
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Muslime gegen den Terror in Köln: Klare Positionierung statt Distanzierung


Muslime gegen den Terror in Köln: Klare Positionierung statt Distanzierung

In Köln demonstrierten weniger Muslime gegen den islamistischen Terrorismus als erwartet. Dennoch sendet dieser Friedensmarsch ein starkes Signal für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, meint Loay Mudhoon.
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Trump und der Nahe Osten: Die Verführung der Despoten


Trump und der Nahe Osten: Die Verführung der Despoten

Auch im Nahen Osten wird die Trump-Wahl als eine Zäsur gesehen. Viele befürchten eine Rückkehr zu einfachen Denkmustern, die seine Präsidentschaft zum Albtraum für die Region werden lässt, schreibt Nahost-Experte Loay Mudhoon in seinem Kommentar.
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Saudi-Arabien ist zum Kampf gegen den IS verdammt


Saudi-Arabien ist zum Kampf gegen den IS verdammt

Nach der Anschlagsserie in Saudi-Arabien hat das Königshaus keine andere Wahl, als das Pseudokalifat des IS mit allen Mitteln zu bekämpfen. Die Monarchie muss jetzt tiefgreifende Reformen durchsetzen, meint Loay Mudhoon.
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Reformislam: Das schwierige Handwerk islamischer Reformer


Reformislam: Das schwierige Handwerk islamischer Reformer

Nach jedem islamistischen Terrorakt ertönt der Ruf nach Reformation des Islam. Doch Muslime brauchen keinen Martin Luther. Gefordert ist die Versöhnung des Islam mit dem Verfassungsstaat, schreibt Loay Mudhoon in seinem Kommentar.
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Kommenatar zum Manifest „Muslimische Demokraten der Welt, vereint Euch!“ – Für Islam und Demokratie


Kommenatar zum Manifest „Muslimische Demokraten der Welt, vereint Euch!“ – Für Islam und Demokratie

Die Versäumnisse muslimischer Gesellschaften benennen und einen Islam fürs 21. Jahrhundert entwickeln: Das fordern muslimische Intellektuelle. Europa sollte das unbedingt fördern, meint Loay Mudhoon.

In einem bemerkenswert klar formulierten Manifest haben vier renommierte muslimische Intellektuelle an alle politischen und religiösen Autoritäten in den islamisch geprägten Ländern und in Europa appelliert, sich unmissverständlich für einen demokratischen Islam einzusetzen. Zu dieser Eindeutigkeit gehört auch, dass sie konkrete Schritte vorschlagen: Eine Konferenz in Frankreich Anfang 2016, bei der muslimische Persönlichkeiten „die Umrisse eines fortschrittlichen Islam skizzieren“, der „fest im 21. Jahrhundert verankert“ sein soll.
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Kommentar: Ein genuin europäischer Islam ist alternativlos


Kommentar: Ein genuin europäischer Islam ist alternativlos

Seit dem Attentat von Paris wird eine Debatte um die vermeintliche Gewaltaffinität des Islam geführt. Das verstellt den Blick für die Erfolge der „Einbürgerung“ des Islam in Deutschland, meint Loay Mudhoon.

Verständlicherweise werfen die perfiden Anschläge vom Paris altbekannte, grundsätzliche Fragen auf: Ist der Islam im Kern eine menschenverachtende und gewaltverherrlichende Religion? Lässt sich aus den zentralen Schriften dieser Weltreligion eine Legitimationsformel für die Gewaltorgien von enthemmten Dschihadisten ableiten? Und noch wichtiger: Ist die Integration der Muslime in Deutschland gescheitert?

Alle diese Fragen sind gewiss berechtigt. Dennoch gehen sie am Kern der Problematik vorbei, nämlich an der Frage nach der Vereinbarkeit der islamischen Religion mit den Errungenschaften der Moderne und den Werten der freiheitlich-demokratisch verfassten Gesellschaften.
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PM: Goethe-Institut und Robert Bosch Stiftung unterstützen engagierte Muslime in deutschen Städten


Die meisten muslimischen Gemeinden beraten ihre Mitglieder weit über religiöse Aspekte hinaus: Sie helfen beim Umgang mit Behörden oder bei schulischen Fragen der Kinder. Um sie bei dieser Aufgabe zu unterstützen, werden rund 100 engagierte Mitglieder muslimischer Gemeinden sprachlich und inhaltlich fortgebildet. In zunächst vier deutschen Großstädten bieten Goethe-Institut und Robert Bosch Stiftung ein mehrjähriges Fortbildungsangebot an. Das Projekt startet am 23. Mai in Hamm. Hamburg, Essen und Mannheim folgen.

Mit dem Projekt „Muslimische Gemeinden als kommunale Akteure“ stärkt das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung den Austausch zwischen muslimischen Gemeinden und kommunalen Organisationen und Verbänden. Ehrenamtliche haben nun die Chance, sich über mehrere Jahre fortbilden zu lassen, damit sie den Mitgliedern ihrer Gemeinde besser zur Seite stehen können: beim Ausfüllen von Anträgen, beim Umgang mit Behörden oder als Engagierte in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der direkte Kontakt mit Verantwortlichen in Behörden und Ämtern. Die Fortbildung richtet sich an engagierte Vertreter muslimischer Gemeinden, die dort eine vertrauensvolle und meinungsbildende Rolle spielen.

„Für ein fruchtbares Zusammenleben ist das gegenseitige Verständnis zwischen muslimischen Gemeinden und kommunalen oder kirchlichen Organisationen wichtig. Dafür braucht es natürlich sprachliche und interkulturelle Kompetenzen – es hilft aber auch, wenn beide Seiten feste Ansprechpartner haben, an die sie sich vertrauensvoll wenden können“, betont Angela Kaya, Regionalleiterin der Goethe-Institute in Deutschland.

„Engagierte Muslime sind für unsere Städte unglaublich wichtig. Von vielen unbemerkt, leisten sie in ihren Gemeinden großartige Arbeit. Damit sie ihre Vermittlerrolle in unserer Gesellschaft noch besser ausfüllen können, wollen wir das Netzwerk zwischen muslimischen Gemeinden und anderen kommunalen Akteuren stärken“, unterstreicht Olaf Hahn, Bereichsdirektor bei der Robert Bosch Stiftung.

Die Fortbildung

Neben einem umfangreichen Sprachkursangebot, das insgesamt 25.000 Unterrichtseinheiten umfasst, beinhaltet die Fortbildung eine zehntätige Seminarreihe, die sich kommunalen Schwerpunktthemen widmet. Dabei steht der Praxisbezug im Vordergrund: Die Teilnehmer sind eingeladen, die Themen mitzubestimmen und zu gestalten, je nach dem individuellen Bedarf, der in den verschiedenen muslimischen Gemeinden in Deutschland besteht. Auch persönliche Gespräche und der direkte Kontakt mit Verantwortlichen und Entscheidungsträgern in Behörden und Einrichtungen spielen eine wichtige Rolle.

Eine Konferenz in München im Sommer 2014 bietet allen Teilnehmer der verschiedenen Städte zudem die Möglichkeit Erfahrung auszutauschen und Kontakte über die eigene Gemeinde hinaus zu knüpfen.

Das Goethe-Institut und die Robert Bosch Stiftung arbeiten bereits seit vielen Jahren in zahlreichen Projekten im In- und Ausland erfolgreich zusammen. Beispielsweise leisten die „Robert Bosch Kulturmanager“ einen wichtigen Beitrag der Völkerverständigung zwischen Deutschland und Ländern in Mittel- und Osteuropa sowie der arabischen Welt. Enge Kooperation bestehen aber auch bei Schüleraustausch-Projekten oder Übersetzerpreisen. Auch zum Themenfeld „Islam in Deutschland“ haben Goethe-Institut und Robert Bosch Stiftung bereits in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet. Unter anderem haben sie von 2009 bis 2011 gemeinsam Sprachkurse für Imame in Baden-Württemberg durchgeführt. Die fachliche Fortbildung von religiösem Personal hat das Goethe-Institut im bundesgeförderten Projekt „Imame für Integration“ von 2009 bis 2012 bereits erfolgreich praktiziert.

Weitere Informationen:

www.goethe.de/maka

www.bosch-stiftung.de

Kommentar: Das neue Beschneidungsgesetz wird die Debatte nicht beenden


Die Bundesregierung hat eine pragmatische Gesetzesvorlage zur Beschneidung von Jungen verabschiedet. Die Debatte über die über die Notwendigkeit und die Legitimität der rituellen Beschneidung von Jungen wird dies jedoch nicht beenden, meint Loay Mudhoon.

So schnell hat die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode selten gehandelt: Knapp drei Monate nach dem Urteil des Kölner Landgerichts gegen die Beschneidung von Jungen hierzulande hat das Kabinett eine neue gesetzliche Regelung für medizinisch nicht notwendige Beschneidungen auf den Weg gebracht.

Nach der neuen Gesetzesvorlage bleibt die Beschneidung von Jungen straffrei, sofern die Eltern ihre Zustimmung dazu geben und der Eingriff nach „den Regeln der ärztlichen Kunst“ erfolgt. Zudem ist bei der neuen Gesetzesformulierung besonders wichtig, dass das Recht auf Beschneidung des Sohnes Teil des elterlichen Sorgerechts werden soll. Damit wäre die Beschneidung rechtlich getrennt von der strafbaren Körperverletzung. Außerdem wird der Kriminalisierung von Juden und Muslimen dadurch ein deutlicher Riegel vorgeschoben.

Eine notwenige und pragmatische Regelung

Aber es geht bei der Beschneidungsregelung nicht primär um formaljuristische Fragen. Vielmehr geht es um einen Wertekonflikt in einer pluralistisch verfassten Gesellschaft – ein Konflikt zwischen den säkularen Normen des demokratischen Rechtstaats und den Geboten und Riten seiner verschiedenen religiösen Gemeinschaften. Dass die Lösung solcher Konflikte ausgeprägten Sinn für Sensibilität und Realismus benötigt, das zeigte die Debatte über die Notwendigkeit der Beschneidung eindruckvoll.

Denn dieser Wertekonflikt führte in den vergangenen Monaten zu einer kontroversen öffentlichen Diskussion, die aus dem Ruder zu geraten drohte. In dieser Debatte wurden teilweise alte und hässliche Vorurteile über Juden und Muslime wiederbelebt. Symptomatisch für die Schieflage der Debatte war, dass jede argumentative Bezugsnahme auf das Religiöse als irrational abgetan wurde. Ein weit verbreiteter, religiöser Analphabetismus in der Mehrheitsgesellschaft wurde sichtbar.

Beschneidungen dürfen nicht in die Illegalität abgedrängt werden

Die hiesige Debatte über die Beschneidung von Jungen schlug auch hohe Wellen, weil plötzlich die Frage im Raum stand, ob jüdisches und muslimisches Leben hierzulande möglich und erwünscht ist. Auch deshalb musste die Bundesregierung schnell handeln und Rechtssicherheit schaffen.

Dennoch: So vernünftig und ausgesprochen pragmatisch die neue Beschneidungsregelung sein mag, die Debatte über die Notwendigkeit und Legitimität der rituellen Beschneidung wird sie nicht beenden können. Aber immerhin: Eines wird das gesetzlich garantierte Recht auf Beschneidung gewährleisten: Dass Beschneidungen aus religiösen Gründen nicht in die Illegalität abgedrängt werden. Denn das wäre unverantwortlich und nicht Im Interesse des Kindes.

© Deutsche Welle 2001

Dieser Beitrag wurde zuerst auf dw.de veröffentlicht.

Mehr zur Debatte über Beschneidung in Deutschland: Ein Rechenfehler

Wie in der Islamkritik bricht in der Beschneidungsdebatte ein rabiat religionsfeindlicher Zeitgeist durch. Aber das Grundgesetz macht den Menschen nicht neu, sondern findet ihn vor, wie er ist. Von Patrick Bahners. Mehr

Für Juden und Muslime ist die Beschneidung männlicher Kinder mehr als ein frommer Brauch. Ein deutsches Gericht hat den chirurgischen Eingriff aus religiösen Gründen nun erstmals als strafbare Handlung gewertet. Das Kölner Urteil ist Ausdruck unserer säkularen Gesellschaft. Manchmal aber ist es überhaupt nicht gut, wenn sich Richter über Religionen stellen.

Nachdem das Landgericht Köln religiöse Beschneidung für strafbar erklärt hat, muss sich der Staat fragen, wie ernst er das Recht auf Religionsfreiheit noch nimmt, meint Rolf Schieder, Professor für praktische Theologie und Religionspädagogik der Berliner Humboldt-Universität.

Kommentar: Die deutsche Islamkonferenz könnte scheitern


Kommentar: Die deutsche Islamkonferenz könnte scheitern

In der gegenwärtigen Konstellation verkommt die deutsche Islamkonferenz zur Farce: „Fast sieben Jahre nach ihrer Einrichtung gilt sie als beschädigt. Sie verfolgt keine konkreten Ziele mehr, leidet durch das Fehlen von wichtigen Persönlichkeiten unter erheblichen Legitimitätsproblemen. Auch ein roter Faden ist nicht erkennbar – von einer staatspolitischen Vision, wie Ex-Innenminister Schäuble sie 2006 formulierte, ganz zu schweigen. Will man die Konferenz doch noch retten, muss man sie auf neue Grundlage stellen. Vor allem muss man sie konzeptionell und personell erneuert werden“.

So wie sie ist, kann sie nicht bleiben. Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) muss auf neue Grundlage gestellt und – vor allem konzeptionell und personell erneuert werden. Denn in der gegenwärtigen Konstellation verkommt sie zur Farce, meint Loay Mudhoon.

Keine Frage, die deutsche Islamkonferenz war ein historischer Wendepunkt im Verhältnis des deutschen Staates zu seinen muslimischen Bürgern.Denn der Staat redete endlich mit Muslimen und nicht mehr nur über sie. Und es ist unbestreitbar, dass dieses staatlich organisierte Forum vieles zum Positiven verändert hat und sogar großes Echo im europäischen Ausland fand: Dieser Prozess des offenen Dialogs zwischen staatlichen Organen und deutschen Vertretern des Islam hat in den vergangenen fünf Jahren die gegenseitige Wahrnehmung und Zusammenarbeit auf neue Grundlagen stellen können.

Außerdem wissen wir heute, auch dank der deutschen Islamkonferenz, viel mehr über den Islam und die muslimischen Realitäten hierzulande; erstmals liegen relativ belastbare und bundesweit vergleichbare Daten zu muslimischen Lebenswelten und islamischen Gemeinden in Deutschland vor.

Islamkonferenz als staatspolitische Aufgabe

Doch die deutsche Islamkonferenz war vor allem auch eine Herzensangelegenheit seines Initiators, des damaligen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble, der diesem Forum staatspolitische Bedeutung beigemessen hat.

Denn Schäuble wollte „französische Verhältnisse“, die sporadischen Eruptionen von meist jugendlicher Gewalt in den trostlosen Banlieus, in Deutschland unbedingt vermeiden und durch konsequente Einbindung der deutschen Muslime nicht nur die „Einbürgerung des Islam“ vorantreiben, sondern offensichtliche Versäumnisse der Integrationspolitik in den letzten Jahrzehnten wettmachen. Und ihm gelang das Kunststück, nämlich das Vertrauen fast aller muslimischen Teilnehmer und Vertreter zu gewinnen, weil er offen, intellektuell versiert und besonnen als Moderator auch zwischen divergierenden Positionen der Muslime fungieren konnte.

Islamkonferenz droht zu scheitern

Davon scheint jedoch sein aktueller Nachfolger Hans-Peter Friedrich meilenweit entfernt zu sein. Mit seinem mißverständlichen Satz, „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, sorgte der Innenminister schon zu Beginn seiner Amtszeit für Irritationen, Empörung und Entfremdung unter den deutschen Muslimen. Dadurch dürfte er das hart erarbeitete Vertrauen verspielt haben.

Zudem verhielt er sich ungeschickt, als er den Muslimen eine Sicherheitspartnerschaft und einen Präventionsgipfel vorgeschlagen hatte, um extremistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Denn er hätte wissen müssen, dass diese unzulässige Vermischung zwischen Sicherheitsfragen und konkreten Integrationsproblemen den Muslimen ein Dorn im Auge war.

Fast sieben Jahre nach ihrer Einrichtung gilt die deutsche Islamkonferenz als beschädigt. Sie verfolgt keine konkreten Ziele mehr, leidet durch das Fehlen von wichtigen Verbänden und Persönlichkeiten unter erheblichen Legitimitätsproblemen. Auch ein roter Faden ist nicht erkennbar – von einer staatspolitischen Vision, wie Schäuble sie 2006 formulierte, ganz zu schweigen. Will man die Konferenz doch noch retten, muss man sie auf neue Grundlage stellen. Vor allem muss man sie konzeptionell und personell erneuert werden. Denn in der gegenwärtigen Konstellation verkommt sie zur Farce.

© Loay Mudhoon 2012

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