Arabische Medien

Trump im Nahen Osten: Der Anti-Obama im islamischen Krisenbogen


Trump im Nahen Osten: Der Anti-Obama im islamischen Krisenbogen

Trumps erste Auslandsreise führt ihn ins Herz der islamischen Welt. Ambivalente Erwartungen und große Skepsis begleiten ihn auf diesem heiklen Terrain, schreibt der Nahost-Experte Loay Mudhoon in diesem Kommentar.
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Trump und der Nahe Osten: Die Verführung der Despoten


Trump und der Nahe Osten: Die Verführung der Despoten

Auch im Nahen Osten wird die Trump-Wahl als eine Zäsur gesehen. Viele befürchten eine Rückkehr zu einfachen Denkmustern, die seine Präsidentschaft zum Albtraum für die Region werden lässt, schreibt Nahost-Experte Loay Mudhoon in seinem Kommentar.
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Kommentar: Der syrische Diktator Assad muss weichen


Kommentar: Der syrische Diktator Assad muss weichen

Die USA und Russland haben sich auf eine Waffenruhe im Syrien-Konflikt geeinigt. Der Erfolg dieser Vereinbarung hängt jedoch davon ab, ob sie ihre regionalen Verbündeten auf Linie bringen können, meint Loay Mudhoon.

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Kommentar: Ein genuin europäischer Islam ist alternativlos


Kommentar: Ein genuin europäischer Islam ist alternativlos

Seit dem Attentat von Paris wird eine Debatte um die vermeintliche Gewaltaffinität des Islam geführt. Das verstellt den Blick für die Erfolge der „Einbürgerung“ des Islam in Deutschland, meint Loay Mudhoon.

Verständlicherweise werfen die perfiden Anschläge vom Paris altbekannte, grundsätzliche Fragen auf: Ist der Islam im Kern eine menschenverachtende und gewaltverherrlichende Religion? Lässt sich aus den zentralen Schriften dieser Weltreligion eine Legitimationsformel für die Gewaltorgien von enthemmten Dschihadisten ableiten? Und noch wichtiger: Ist die Integration der Muslime in Deutschland gescheitert?

Alle diese Fragen sind gewiss berechtigt. Dennoch gehen sie am Kern der Problematik vorbei, nämlich an der Frage nach der Vereinbarkeit der islamischen Religion mit den Errungenschaften der Moderne und den Werten der freiheitlich-demokratisch verfassten Gesellschaften.
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Nahost-Experte Loay Mudhoon über Folgen der Arabellion: „Am liebsten Friedhofsruhe in der arabischen Welt“


Nahost-Experte Loay Mudhoon über Folgen der Arabellion: „Am liebsten Friedhofsruhe in der arabischen Welt“

Demokratie nach der Arabellion: Ölreiche Länder werden häufig autoritär regiert. Für die Förderung werden nicht viele Menschen gebraucht. Deshalb kann, wer die Macht hat, diesen Bodenschatz ausbeuten, ohne sich sonderlich um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu kümmern. Dass es in der arabischen Welt besonders viel Öl, aber auch besonders repressive Regime gibt, ist kein Zufall, sagt der auf die Region spezialisierte Journalist Loay Mudhoon, und das wirkt sich auch auf aktuelle Konflikte in Syrien und Irak aus.

Leidet die gesamte arabische Welt am Ölfluch?
Loay Mudhoon: Ja, es fällt auf, dass alle ölreichen Länder der arabischen Welt lange entweder von säkularen Diktatoren oder absoluten Monarchen regiert wurden. Der Ölreichtum blockiert eine humane und demokratische Einwicklung. Dort, wo es kein Öl gibt, sieht es leider kaum besser aus. Dort gibt es aber auch weniger Entwicklungschancen. Ökonomisch hängen die Länder ohne Öl von den Petrodollars der Nachbarn ab. Das läuft unter anderem über direkte staatliche Unterstützung, Geldtransfers an Verwandte und Migration.

US-Präsident George W. Bush versprach 2003, die Region werde demokratisch erblühen, wenn Iraks Diktator Saddam Hussein falle.
Das war ein gewaltiger Irrtum. Heute sieht jeder, wohin die völkerrechtswidrige Invasion geführt hat. Demokratie lässt sich nicht von außen mit Waffen erzwingen.

Aber auch der arabische Frühling scheint gescheitert – mit der Ausnahme Tunesiens vielleicht, wo die Demokratie noch möglich ist. Warum haben die Aufstände den Monarchen weniger angehabt als den Diktatoren?
Die erste Welle der Arabellion ist gescheitert. Das hat mehrere Dimensionen:

  • Königsfamilien haben etwas mehr Legitimität als Diktatoren von Republiken. Sie sind institutionell besser verankert. Sie stützen ihre Macht nicht nur auf das Militär, sondern auch auf tribale Zugehörigkeit. Sie haben, anders als die Diktatoren, auch keine umfassende Modernisierung versprochen.
  • Die Monarchien, die Öl ausführen, haben einen Teil ihres Reichtums umverteilt. In manchen Golfstaaten ist die heimische Bevölkerung recht wohlhabend.

Die eigentliche Ursache der Arabellion war der Jugend-Tsunami: die große Zahl junger Leute, die im Vergleich zu früheren Generationen gut ausgebildet sind, die dank Internet und Satellitenfernsehen wissen, wie es anderswo zugeht, und die für sich selbst keine Zukunft sehen. Die wirtschaftliche Lage ist in Tunesien und Ägypten verzweifelter als in Saudi-Arabien oder Katar.
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Kommentar: Kritischer Journalismus im neuen Sisi-Ägypten unerwünscht


Kommentar: Kritischer Journalismus im neuen Sisi-Ägypten unerwünscht

In einem skandalösen Gerichtsverfahren wurden drei Reporter des Nachrichtensenders Al-Dschasira zu langer Haftstrafe verurteilt. Dadurch sollen alle kritischen Medienmacher eingeschüchtert werden, meint Loay Mudhoon.

Um es vorweg zu sagen: Beim Gerichtsverfahren gegen Journalisten des internationalen Nachrichtensenders Al-Dschasira handelt es sich zweifelsohne um einen politischen Schauprozess, der jeglicher Rechtsstaatlichkeit spottet. Oder wie sonst ist zu erklären, dass sich Richter in Kairo über die offensichtlich manipulierte Anklageschrift und haarsträubenden Verfahrensmängel ohne Bedenken hinweggesetzt haben? So wurden im Gerichtsverfahren beispielweise ganz gewöhnliche, journalistisch produzierte Videobeiträge als angebliches Beweismaterial für die „Unterstützung einer terroristischen Bewegung“ aufgeführt.

Ohnehin: Wer den Verlauf des gesamten Prozesses gegen den australischen Al-Dschasira-Korrespondenten Peter Greste, den kanadisch-ägyptischen Büroleiter Mohamed Fahmi und den ägyptischen Redakteur des Senders Baher Mohammed verfolgte, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es den Richtern nicht darum ging, ob die „Beweise“ der Staatsanwaltschaft juristisch verwertbar waren oder nicht. Alles sprach dafür, dass die harten Urteile vor Prozessbeginn feststanden.
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In eigner Sache: zu Gast beim ARD-Presseclub zum Thema: Aufruhr in Ägypten


In eigner Sache: zu Gast beim ARD-Presseclub zum Thema: Aufruhr in Ägypten

Nahost-Experte Loay Mudhoon zu Gast beim ARD-Presseclub zum Thema: Aufruhr in Ägypten – wird aus dem arabischen Frühling ein blutiger Herbst?

Nahostexperte Loay Mudhoon von der war am Sonntag, 18. August, zu Gast beim ARD-Presseclub. In der von WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn moderierten Sendung ging es um das Thema „Aufruhr in Ägypten: Wird aus dem arabischen Frühling ein blutiger Herbst?“
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Nach dem Chemiewaffeneinsatz in Syrien: Militäreinsatz und multinationales Vorgehen bleiben notwenig


Nach dem Chemiewaffeneinsatz  in Syrien: Militäreinsatz und multinationales Vorgehen bleiben notwenig

Mit dem Chemiewaffeneinsatz gegen die Zivilbevölkerung ist Obamas rote Linie überschritten. Daher wird der Westen militärisch gegen das Assad-Regime vorgehen müssen, wenn man künftige Angriffe mit Massenvernichtungswaffen verhindern will. Dennoch: Ohne multinationales Vorgehen lässt sich dieser hoch komplexe Konflikt nicht lösen. Ein Kommentar von Loay Mudhoon.

Am Einsatz von international geächteten Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg bestehen inzwischen keine Zweifel mehr. Die schrecklichen Bilder und Videos von toten Kindern und Frauen sowie verletzten Zivilisten mit neurotoxischen Symptomen belegen den Einsatz von Giftgas eindeutig.

Vor allem die Berichte der angesehenen Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, die seit Jahren in Syrien arbeitet und in engem Kontakt mit geheimen Krankenhäusern steht, bestätigen den bestialischen Massenmord in Syrien.
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Analyse zum Blutbad in Ägypten: Exzessive Gewalt statt friedlicher Konsens


Analyse zum Blutbad in Ägypten: Exzessive Gewalt statt friedlicher Konsens

Mit dem gewaltsamen Vorgehen gegen die Muslimbrüder hat das Militärregime den Tod hunderter Menschen in Kauf genommen. Versöhnung und Demokratie rücken so in weite Ferne, sagt DW Nahost-Experte Loay Mudhoon.

Wochenlang sah es so aus, als könnten die Bemühungen internationaler Vermittler ein blutiges Ende der Protestaktionen der Muslimbrüder gegen die gewaltsame Absetzung ihres entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi verhindern.

Vor allem westliche Vermittler wie die EU-Außenbeauftragte Cathrine Ashton und die US-Senatoren John McCain und Lindsey Graham hatten in den letzten zwei Wochen den Druck sowohl auf die vom Militärregime eingesetzte Übergangsregierung als auch die Führung der Muslimbrüder erhöht. Die westlichen Diplomaten verfolgten das Ziel, eine friedliche Lösung für die staatliche Blockade zu ermöglichen und den Weg zur Einbindung aller politischen Kräfte in einen geordneten Versöhnungsprozess zu ebnen. Im Idealfall sollte das größte arabische Land auf den Weg zur Demokratie zurückfinden.

Doch letzte Woche kristallisierte sich heraus, dass die neuen Machthaber um Ägyptens starken Mann General al-Sisi keine ernsthaften Absichten hegen, nach friedlichen Auswegen aus der Staatskrise zu suchen – von einer notwendigen Einbindung der Muslimbrüder in die Nach-Mursi-Ordnung ganz zu schweigen.
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Publikation zum Arabischen Frühling: Die Rolle der Medien in Zeiten der Arabellion


Publikation zum Arabischen Frühling: Die Rolle der Medien in Zeiten der Arabellion

Die Fachbeiträge des Media Dialogue 2012 sind jetzt in einer Schriftenreihe veröffentlicht worden. Darunter ein Essay über Soziale Medien und die Arabellion von Eira Martens, ehemalige IMS-Studentin.

„Facebook-Revolution” in der arabischen Welt: Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter spielen eine immer größere Rolle bei politischen Protesten. Hier werden Videos von Misshandlungen gepostet, hier verabreden sich die Demonstranten. Auch in Ägypten pushte das Internet den Protest. Foto: Wikimedia/ Essam Sharaf

„Facebook-Revolution” in der arabischen Welt: Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter spielen eine immer größere Rolle bei politischen Protesten. Hier werden Videos von Misshandlungen gepostet, hier verabreden sich die Demonstranten. Auch in Ägypten pushte das Internet den Protest. Foto: Wikimedia/ Essam Sharaf

Jährlich lädt die DW Akademie führende internationale Wissenschaftlicher und Medienexperten zum interdisziplinären Austausch „Media Dialogue“ nach Bonn ein. Im Mittelpunkt stand 2012 das Thema „Arabische Welt – Die Rolle der Medien in Zeiten des Umbruchs“. In der Konferenzdokumentation, die jetzt erschienen ist, findet sich auch ein Essay von Eira Martens, die über die Rolle der Sozialen Medien während der politischen Umbrüche geforscht hat und genau wissen wollte: Handelte es sich wirklich um eine „Facebook-Revolution“? Sie meint: „Soziale Medien werden in ihrer Funktion schnell überschätzt.“
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Kutub:na – Neue deutschsprachige Bücher für die arabische Welt


Kutub:na – Neue deutschsprachige Bücher für die arabische Welt

Trommeln in der Nacht

… ist der Titel eines bereits 1922 erschienenen Stücks von Bertolt Brecht. Gleich mehrere große Zeitthemen verarbeitete der 21jährige in dieser herben Komödie – chaotische Zustände nach dem Ersten Weltkrieg, den Spartakus-Aufstand, Liebe in Zeiten der Revolution. Der Kriegsheimkehrer Andreas Kragler, Proletarier und Revolutionär aus betrogener Liebe, wendet, als die Geliebte zu ihm zurückkehrt, der Revolution den Rücken und wird wieder zum privatisierenden Bourgeois. Ein Thema, das auch in unserer Zeit und in der arabischen Welt aktuell ist. Trommeln in der Nacht ist der „Klassiker“, den wir zur Übersetzung ins Arabische vorschlagen möchten. kutub:na 4 stellt aber vor allem aktuelle Romane, Sachbücher und Kinder- und Jugendliteratur vor, die erst kürzlich auf dem deutschen Buchmarkt erschienen sind

Bei den Sachbüchern lassen sich drei thematische Schwerpunkte feststellen: Bücher, die sich mit Demokratie und Aufklärung in Europa und in der arabischen Welt beschäftigen – es werden auch neue Denkansätze vorgestellt wie in Plaum, Die Wiki-Revolution – Absturz und Neustart der westlichen Demokratie; Orientierungshilfen und Anleitungen für die globale Welt wie Schnädelbach, Was Philosophen wissen – Und was man von ihnen lernen kann oder die Macchiavelli-Biographie; der dritte Schwerpunkt sind Bücher, die sich auf unterschiedlichen Ebenen mit gesellschaftlichen Phänomenen wie Hyperaktivität oder dem übermäßigen Konsum von Kommunikationstechnologien (Internet, Smartphone etc.) beschäftigen.

Ein besonderer Fokus liegt in dieser Ausgabe aber auf neuen Kinder- und Jugendbüchern: Unterhaltsame Titel voller Situationskomik und Sprachwitz sind genauso dabei wie ein Fantasy-Roman (Poznanski, Erebos), ein Buch über ein Pflegekind aus Ruanda (Jansen, Herzsteine) und eine berührende und nachdenkliche Geschichte über Einsamkeit und Verzweiflung (Bach, Was vom Sommer übrig ist).

kutub:na 4 stellt insgesamt wieder

25 Bücher vor – ausgewählt aus mehr als 60 Vorschlägen von einer deutsch-arabischen Jury von Journalisten, Literaturkritikern und Kinderbuchexperten aus Deutschland.Sie haben die Möglichkeit, sich per RSS-Feed über Neuerscheinungen auf dem Laufenden zu halten.Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und hoffen, dass viele „unserer Bücher“ auf Ihr Interesse stoßen und Eingang in Ihr Verlagsprogramm finden werden.

Zum Schluss möchten wir noch auf das Übersetzungsförderungsprogramm des Goethe-Instituts hinweisen:
www.goethe.de/uebersetzungsfoerderungWenn Sie einen Antrag auf Übersetzungsförderung stellen möchten, beraten wir Sie gerne!Download Symbolkutub:na 4 (PDF, 470 KB)

Kommentar: Grabenkämpfe bedrohen demokratischen Wandel in Tunesien


Kommentar: Grabenkämpfe bedrohen demokratischen Wandel in Tunesien

Trauernde geleiten den Leichnam Chokri Belaids zur Rechtsmedizin_foto_sarah Mrsch

Der kaltblütige Mord an Oppositionspolitiker Chokri Belaïd verschärft die Polarisierung in Tunesien. Doch ohne ein Ende der ideologischen Grabenkämpfe kann der demokratische Übergangsprozess nicht gelingen. Ein Kommentar von Loay Mudhoon.

Eigentlich besitzt Tunesien, das Mutterland der Arabellion, von allen postrevolutionären arabischen Staaten die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Weg in Richtung Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Denn das kleine Land in der Mitte Nordafrikas hat eine relativ starke Zivilgesellschaft, eine selbstbewusste Frauenbewegung, ein gutes Bildungssystem und eine gut funktionierende Verwaltung. Zudem trat bislang das Militär als politischer Faktor kaum in Erscheinung.

Der Wandel begann vielversprechend nach dem Ende der Diktatur Ben Alis – und mit einem klaren Fahrplan: Nach den ersten demokratischen Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung in der Geschichte des Landes am 24. Oktober 2011 einigten sich die Wahlsieger überraschend schnell auf die Bildung einer Koalitionsregierung und die Aufteilung der wichtigsten Staatsämter. Die Troika-Koalition, bestehend aus der moderat-islamistischen Ennahda-Partei, der sozialistischen Partei CPR (Kongress für die Republik) und der sozialdemokratischen Partei Ettakatol, demonstrierte ihren Willen zur Zusammenarbeit. Tunesiens Demokratisierung schien auf einem guten Weg zu sein.
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